Debatte

Bajour-Debatte: Nehmen Basler Schulen den Umgang mit KI genug ernst?

Ein Bajour-Beitrag aus Basel löst eine breite Debatte aus: Lehrpersonen, Eltern und IT-Fachleute kritisieren, dass KI-Kompetenz nicht im Lehrplan 21 verankert ist — während Schüler:innen auf ihren Schultablets freien Zugang zu Copilot haben. ICT-Lehrpersonen beklagen fehlende Mittel für KI-Infrastruktur. Die zentrale Forderung: Medienkompetenz muss die Grundlage für jede KI-Nutzung sein.

Bildungspolitik

EU-Rat einigt sich auf Position: Hochrisiko-KI-Regeln für Bildung könnten um 16 Monate verschoben werden

Am 13. März 2026 hat der EU-Rat seine Verhandlungsposition zum «Omnibus VII»-Paket beschlossen: Die Anwendung der Hochrisiko-Regeln des AI Acts — auch für KI-Systeme im Bildungsbereich — könnte um bis zu 16 Monate nach hinten verschoben werden. Gleichzeitig sollen KMU-Erleichterungen ausgeweitet und die Befugnisse des AI Office gestärkt werden. Der Trilog mit Parlament und Kommission beginnt in Kürze.

Praxis

Hamburger Gymnasium baut KI-Curriculum auf: Chatbot «Marie Curie» lehrt Denken statt Mogeln

Am Gymnasium Allee in Hamburg-Altona entwickelt ein Lehrer KI-Chatbots, die nicht Antworten liefern, sondern Schüler:innen zum eigenständigen Denken anleiten. Der Chatbot «Marie Curie» antwortet auf Hausaufgaben-Prompts: «Ich helfe dir — aber ich mache sie nicht für dich.» Die Schule unterscheidet fünf Modi des Lernens mit KI und baut ein durchgängiges Curriculum von Jahrgang 5 bis 12 auf.

Kritik & Risiken

LockBit-Angriff: Zeugnisse und Gesundheitsdaten von 40+ Schulen im Darknet

LockBit-Kriminelle haben über 2 Terabyte Daten von mehr als 40 Schulen in Rheinland-Pfalz im Darknet veröffentlicht — darunter Zeugnisse, Fehlzeiten und Gesundheitsdaten. Ein Schüler hatte zuvor auf Sicherheitslücken hingewiesen, seine Warnungen wurden ignoriert. Der Fall zeigt die eklatanten Defizite bei der IT-Sicherheit im Schulbereich und wirft Fragen zum Datenschutz auf, die auch für Schweizer Schulen relevant sind.

Bildungspolitik

Analyse: Schule als «Hochrisikozone» — was der EU AI Act für den Unterricht bedeutet

Eine umfassende Analyse von bildungssprache.net zeigt: Ab August 2026 gelten für KI-Systeme im Bildungsbereich strenge Hochrisiko-Anforderungen. Automatische Notenvergabe wird unzulässig, menschliche Aufsicht obligatorisch. Gleichzeitig offenbart ein föderaler Flickenteppich die Ungleichheit: Nur 7% der Schulen verbieten KI noch — aber klare Regeln fehlen fast überall. Private KI-Accounts auf Schulgeräten sind datenschutzrechtlich nicht zulässig.

Praxis

FHNW lanciert neue Studienrichtung «Data Science & AI for Sports»

Die Hochschule für Informatik FHNW startet ab Herbstsemester 2026 die neue Studienrichtung «Data Science & AI for Sports» in Brugg-Windisch. Studierende erwerben Kompetenzen in Programmierung, Statistik und Machine Learning mit Fokus auf sportbezogene Anwendungen wie Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Das flexible Studienmodell ermöglicht die Kombination mit Leistungssport.

Praxis

DIZH-Projekt «KI-Schule»: Zürcher Lerntool fördert kritische KI-Kompetenz bei Jugendlichen

Ein Projekt der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH) hat das interaktive Lerntool «KI-Schule» entwickelt, das Schüler:innen und Lehrpersonen einen kritisch-reflektierten Umgang mit KI vermittelt. Das Tool wird in Workshops an Schulen eingesetzt und soll langfristig im Unterricht verankert werden. Öffentliche Präsentation an der Scientifica 2026.

Kritik & Risiken

Guardian-Recherche: Professoren kämpfen verzweifelt um kritisches Denken im KI-Zeitalter

Eine umfassende Guardian-Recherche zeigt: Dutzende Humanities-Professoren an US-Eliteuniversitäten sehen KI als existenzielle Bedrohung für die Hochschulbildung. Eine Stanford-Professorin berichtet, wie Studierende selbst persönlichste Aufgaben an KI delegieren. Die zentrale Frage wird drängender: Wozu noch studieren, wenn KI eigenständiges Denken ersetzt?

Bildungspolitik

EU Digital Omnibus: Hochrisiko-KI-Regeln für Bildung könnten auf Dezember 2027 verschoben werden

Das «Digital Omnibus»-Paket der EU-Kommission sieht vor, die strengen Regeln für Hochrisiko-KI vom 2. August 2026 auf Dezember 2027 zu verschieben. Betroffen wären auch KI-Systeme zur schulischen Leistungsbewertung und im Hochschulbereich. Gleichzeitig verschärft ein neuer Verhaltenskodex die Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte – finale Fassung erwartet im Juni 2026.

Forschung

Studie: 90% der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Hochschulalltag

Das Forschungsprojekt MoKITUL an Thüringer Hochschulen zeigt: 90% der Befragten setzen KI-Werkzeuge ein – Studierende etwas häufiger als Lehrende. Genutzt wird KI vor allem für Recherche, Textverarbeitung und Datenanalyse. Gleichzeitig warnen Studierende vor Abhängigkeit: Einige befürchten, Aufgaben ohne KI-Hilfe nicht mehr lösen zu können.

Debatte

Learnflow-Analyse: Was die Volksschule leisten muss, wenn KI den Arbeitsmarkt verändert

Der Schweizer Bildungsblog Learnflow analysiert auf Basis der aktuellen Anthropic-Studie, wie KI schrittweise Einstiegstätigkeiten und Routinen in Lehrberufen verändert. Zentrale These: Die Volksschule muss neue Fähigkeiten vermitteln, weil die «Durchlässigkeit» des Schweizer Bildungssystems allein keine Antwort auf die KI-bedingte Dynamik des Arbeitsmarkts ist.

Kritik & Risiken

FAZ-Kolumne: «Verlerne ich, selbst zu denken?» – KI als ständiger Begleiter im Studium

In der FAZ-Kolumne «Uni Live» reflektiert eine Studierende über die Allgegenwart von KI: Von Hausarbeiten bis zum Rechenweg ist KI zum ständigen Begleiter geworden. Die zentrale Frage: Ist es wirklich gut, immer direkt die KI zu fragen, statt erst selbst zu überlegen? Ein persönlicher Beitrag, der die Ambivalenz einer ganzen Studierendengeneration spiegelt.

Praxis

Hessische Hochschulen: KI erlaubt – aber nicht grenzenlos

Nach dem Kasseler Urteil zum KI-Prüfungsausschluss zeigt ein Überblick über Hessens fünf Universitäten: KI ist grundsätzlich erlaubt, aber unter klaren Bedingungen. Die Hochschulen setzen auf Handreichungen und Positionspapiere. KI-Detektionstools gelten als unbrauchbar – stattdessen liegt der Fokus auf der Bewertung der Eigenleistung.

Forschung

Schweizer Studie: KI-Chatbot als Erziehungsberater verbessert kindliche Entwicklung

Eine neue Studie unter Schweizer Leitung zeigt, dass ein KI-Chatbot, der Eltern als Erziehungsberater unterstützt, messbar zur Entwicklung von Kindern beitragen kann. Der Ansatz setzt nicht auf direkte Kind-KI-Interaktion, sondern stärkt die Erziehungskompetenz der Eltern – ein vielversprechender Weg für den frühkindlichen Bildungsbereich.

Kritik & Risiken

Studie: KI schwächt Lernprozesse – Anstrengung ist kein Bug, sondern Feature

Forschende der University of Toronto warnen in «Communications Psychology»: KI beseitigt Anstrengung aus intellektueller Arbeit – und untergräbt damit genau die Prozesse, die Lernen, Kompetenzaufbau und Sinnfindung ermöglichen. Yale-Psychologe Paul Bloom ergänzt: Wenn KI schwierige Aufgaben übernimmt, verlieren wir die Chance, Selbstvertrauen aufzubauen.

Debatte

NYT: US-Schulbezirke setzen massiv auf KI – New York zögert noch

Von Floridas Broward County (Microsoft Copilot) über Miami (Google Gemini für 100'000 Schüler:innen) bis zu Eliteuniversitäten mit unbegrenztem ChatGPT-Zugang: US-Schulen wetten gross auf KI. Nur New York City hält sich zurück. Die Debatte zeigt die Spannung zwischen Innovationsdruck und pädagogischer Vorsicht.

Debatte

ETH-Professor Hromkovic: Warum algorithmisches Denken im KI-Zeitalter wichtiger wird

Juraj Hromkovic, ETH-Professor und Hauptautor der Schweizer Informatik-Lehrmittel, argumentiert: Gerade weil KI Routineaufgaben übernimmt, müssen Schüler:innen algorithmisches Denken und mathematische Grundlagen verstehen – nicht weniger. Die Debatte um die Abschaffung der schriftlichen Division zeige ein grundsätzliches Missverständnis: Der Prozess des Lösens trainiert das Denken, nicht das Ergebnis.

Praxis

Kanton St.Gallen investiert 800'000 Franken in KI-Bildung an Schulen

Die St.Galler Regierung hat 800'000 Franken aus dem ITBO-Sonderkredit für das Projekt «EduAI» von Smartfeld freigegeben. Ziel: Lehrpersonen beim verantwortungsvollen Einsatz von KI im Unterricht begleiten. Das Angebot umfasst praxisnahe Workshops, schulinterne Weiterbildungen und Webinare.

Kritik & Risiken

61 Datenschutzbehörden weltweit: Gemeinsame Warnung gegen KI-Deepfakes

In einer beispiellosen gemeinsamen Erklärung vom 23. Februar 2026 stellen sich 61 Datenschutzbehörden aus vier Kontinenten gegen den Missbrauch generativer KI. Die Kernbotschaft: Nicht einvernehmliche intime KI-Bilder und Deepfakes verstossen bereits heute gegen geltendes Datenschutzrecht. Die Behörden fordern technische Schutzmassnahmen und besonderen Schutz vulnerabler Gruppen – insbesondere Kinder und Jugendliche.

Kritik & Risiken

Handelszeitung: «KI ist kein Buchdruck-Moment» – 10‧00 Akademiker mehr arbeitslos

Die Zahl arbeitsloser Hochschulabsolvent:innen in der Schweiz liegt im Januar 2026 um über 10‧00 höher als vor fünf Jahren. Die Handelszeitung warnt: KI trifft erstmals Berufe, die als sicher galten. Anthropic-CEO Dario Amodei rechnet damit, dass bis zur Hälfte aller Einstiegsjobs in Wissensberufen verschwinden könnte.