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Diese Woche

KV-Abschluss 2026: Die ersten Lernenden der reformierten KV-Ausbildung sind fertig. Lehrer und Politiker kritisieren KI-Prüfungen, tiefe Durchfallquoten und fehlendes Fachwissen.
Bild: Nume
Debatte4. Juli 2026CH

KV-Abschluss 2026: Streit um die Rolle der KI in den neuen digitalen Prüfungen

Im Juni 2026 haben rund 10'000 angehende Kaufleute EFZ an über 90 Schulen erstmals die schweizweit digitalen, kompetenzorientierten schulischen Abschlussprüfungen der KV-Reform 2023 abgelegt – in Teilen mit erlaubtem KI-Einsatz. Kritiker, darunter Mitte-Nationalrat Nicolò Paganini, monieren, es werde zu wenig konkretes Fachwissen geprüft und die KI spiele eine zu grosse Rolle; ein Fähigkeitszeugnis zeige dann eher, wer geschickt mit Tools umgehe, als wer den Beruf beherrsche. Der Kaufmännische Verband und das SBFI halten dagegen, die Anforderungen seien nicht gesenkt, sondern an die digitalisierte Arbeitswelt angepasst worden, in der KI-Anwendungen zum Berufsalltag gehörten.

Praxis2. Juli 2026Welt

AILit-Framework: Vier Bereiche, neunzehn KI-Kompetenzen für die Schule

OECD und Europäische Kommission haben mit dem AILit-Framework einen Kompetenzrahmen für KI-Bildung vorgelegt, den der Think Tank Medien und Informatik der PHBern für den Schweizer Schulkontext aufbereitet. Das Modell gliedert 19 Kompetenzen in vier Bereiche: KI bewusst nutzen, kreativ einsetzen, gezielt delegieren und aktiv mitgestalten. Ethische Fragen wie Fairness, Verzerrung und Datenschutz sind quer durch alle Bereiche integriert statt isoliert behandelt.

PHBern (Think Tank Medien und Informatik)Zum Originalartikel
Bildungspolitik1. Juli 2026Welt

Ohio verpflichtet ab 1. Juli 2026 jede Schule zu einer eigenen KI-Richtlinie

Seit dem 1. Juli 2026 müssen in Ohio alle öffentlichen Schulbezirke, Charter- und STEM-Schulen eine formelle Richtlinie zum Einsatz künstlicher Intelligenz beschlossen haben – so schreibt es das Haushaltsgesetz House Bill 96 vor. Schulen können das Modell des Bildungsdepartements (ODEW) unverändert übernehmen oder eine eigene Fassung entwickeln; abgedeckt werden müssen unter anderem zulässige Nutzung, Datenschutz, Anbieterprüfung und akademische Integrität. Damit ist Ohio nach eigener Darstellung der erste US-Bundesstaat, der KI-Governance an Schulen von einer Empfehlung in eine gesetzliche Pflicht überführt.

Ohio Department of Education and WorkforceZum Originalartikel
Debatte30. Juni 2026CH

Educa: Neues Dossier stellt digitale Selbstbestimmung ins Zentrum der EdTech-Debatte

Die Fachagentur Educa hat am 30. Juni 2026 unter dem Titel «Schule – Mensch – EdTech: Der Mensch im Fokus» ein neues Dossier lanciert. Es warnt vor einem Ungleichgewicht: Lernende und Lehrpersonen produzieren in smarten Lernplattformen laufend Daten, haben aber kaum Kontrolle darüber, was damit geschieht. Educa fordert, dass beide die Systeme verstehen, die sie nutzen, und dass Menschen nicht anhand von Daten und Algorithmen in vorurteilsbehaftete Raster gedrängt werden – Voraussetzung dafür sei eine digital souveräne Schule als Institution.

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Bildungspolitik29. Juni 2026CH

Educa: Von den NFP-77-Grundsätzen zu konkreten Schritten

Educa übersetzt die Befunde des Nationalen Forschungsprogramms 77 in sechs Handlungsfelder für die digitale Transformation im Bildungswesen: systemische Kooperation, inklusive Gestaltung, pädagogisch begründete Innovation, ethische Werte, Datenzugang und Anpassungsfähigkeit. Der Beitrag verknüpft die Forschungsergebnisse mit Educas laufenden Arbeiten an Datennutzungspolitik und Kriterienkatalog für Bildungsökosysteme.

Forschung25. Juni 2026CH

Was Lernende von einer Schul-KI erwarten: Denkhilfe statt Denkersatz

Der Think Tank Medien und Informatik der PHBern stellt eine im Mai 2026 in «Frontiers in Education» erschienene Studie vor, die 841 offene Antworten von Schülerinnen und Schülern aus mehreren europäischen Ländern auswertet. Das Team um Cathérine Conradty und Franz Xaver Bogner (Universität Bayreuth) findet drei erwünschte Rollen einer KI: Tutor (erklären), Coach (personalisieren) und Companion (emotional begleiten). Übergreifend zeigt sich: Die Jugendlichen wünschen sich Unterstützung beim Denken, lehnen fertige Lösungen aber mehrheitlich ab und ziehen selbst eine Grenze zwischen sinnvoller Hilfe und unerwünschter Aufgabenübernahme.

PHBern (Think Tank Medien und Informatik)Zum Originalartikel
Google stellt an der ISTE 2026 neue KI-Werkzeuge für Schulen vor
Bild: Google
Tools25. Juni 2026Welt

Google stellt an der ISTE 2026 neue KI-Werkzeuge für Schulen vor

An der Bildungstechnologie-Konferenz ISTELive 2026 hat Google eine Reihe neuer KI-Funktionen für den Unterricht angekündigt. Dazu gehören eine Classroom-Integration in Gemini, mit der Lehrpersonen Routineaufgaben im Kontext ihrer Klasse erledigen können, lehrkraftgesteuerte KI-Aktivitäten sowie «Study Notebooks», die personalisierte Lektionen und Quizze für Lernende erstellen. Für Chromebooks sollen neue Funktionen Schülerinnen und Schüler bei Aufgaben fokussieren und digitale Ablenkungen reduzieren.

Microsoft-Report: KI im Bildungsalltag angekommen – Schulung bleibt die grosse Lücke
Bild: Microsoft
Forschung24. Juni 2026Welt

Microsoft-Report: KI im Bildungsalltag angekommen – Schulung bleibt die grosse Lücke

Microsoft hat die dritte Ausgabe seines jährlichen «AI in Education»-Reports veröffentlicht. Laut der Befragung von 3'345 Lernenden, Lehrpersonen und Schulleitungen in sechs Ländern (USA, UK, Australien, Brasilien, Japan, Saudi-Arabien) haben 92 Prozent der Lernenden und 88 Prozent der Lehrpersonen KI bereits für schulische Zwecke genutzt – doch 77 Prozent der Schülerinnen und 53 Prozent der Lehrpersonen haben nie eine formale KI-Schulung erhalten. Akademische Integrität bleibt für beide Gruppen die grösste Sorge.

Forschung24. Juni 2026EU

Neuerscheinung: «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht» – Praxisbuch für Lehrkräfte

Marco und Sandra Barenkamp haben mit «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht. Neue Kompetenzen für Lehrkräfte in einer digitalen Welt» (Springer VS, 2026, Print-ISBN 978-3-658-50908-8) eine deutschsprachige Monografie für Lehrpersonen vorgelegt. In neun Kapiteln führt das Buch praxisnah durch konkrete Anwendungsfelder – Unterrichtsgestaltung, Leistungsbewertung, Schulorganisation und KI-gestützte Lehrerfortbildung – und liefert dazu die ethischen, gesellschaftlichen und technischen Grundlagen, um die Funktionsweise von KI-Modellen zu verstehen. Die vorgestellten Methoden sind wissenschaftlich grundiert, unter anderem mit Bezug auf John Hatties «Visible Learning», aber so aufbereitet, dass sie ohne informatische Vorkenntnisse anwendbar sind.

Bildungspolitik23. Juni 2026EU

Bayern verankert KI-Einsatz an Hochschulen gesetzlich – und verbietet pauschale KI-Verbote

Der bayerische Ministerrat hat am 23. Juni 2026 eine Änderung des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes (BayHIG) beschlossen, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre rechtlich verankert. Hochschulen dürfen die KI-Nutzung grundsätzlich nicht mehr pauschal verbieten, sollen sie aber – etwa bei unbeaufsichtigten Prüfungen – in ihren Prüfungsordnungen mit einer Kennzeichnungspflicht verbinden. Zugleich wird die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz ausdrücklich als Aufgabe der Hochschulen definiert.

Bayerische StaatsregierungZum Originalartikel
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Bild: Robert Bosch Stiftung
Forschung23. Juni 2026EU

Deutsches Schulbarometer 2026: KI-Nutzung unter Lehrkräften steigt rasant

Die Robert Bosch Stiftung hat am 23. Juni 2026 die neue Ausgabe des Deutschen Schulbarometers veröffentlicht – eine repräsentative forsa-Befragung von 1'547 Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen, durchgeführt zwischen 11. November und 2. Dezember 2025. Der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Tools nie nutzen, sank binnen eines Jahres von rund 31 Prozent (Ende 2024) auf 10 Prozent; der Anteil jener, die KI mehrmals pro Woche einsetzen, verdoppelte sich von 9 auf 19 Prozent. Am häufigsten dient KI dem Erstellen von Unterrichtsaufgaben (64 Prozent) und der Unterstützung bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent).

Robert Bosch StiftungZum Originalartikel
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