Alles, was wir seit 2024 zu KI & Bildung kuratiert haben — filterbar nach Monat, Thema, Region und Stufe.
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Juli 20264 Beiträge
Bildungspolitik6. Juli 2026·EU
EU AI Act: Ab 2. August 2026 gelten die Hochrisiko-Pflichten für Bildungs-KI
Am 2. August 2026 wird der EU AI Act in weiten Teilen anwendbar – darunter die strengen Vorgaben für sogenannte Hochrisiko-Systeme. Anhang III der Verordnung stuft zahlreiche KI-Anwendungen im Bildungsbereich explizit als hochriskant ein: Systeme, die über den Zugang zu Bildungseinrichtungen entscheiden, Lernergebnisse und Prüfungen bewerten, Lernende bestimmten Bildungswegen zuweisen oder das Verhalten während Prüfungen überwachen. Anbieter und Betreiber solcher Systeme müssen dann unter anderem Konformitätsbewertungen, menschliche Aufsicht, Tests auf Verzerrungen, eine lückenlose Protokollierung und die Registrierung in einer EU-Datenbank sicherstellen.
KV-Abschluss 2026: Streit um die Rolle der KI in den neuen digitalen Prüfungen
Im Juni 2026 haben rund 10'000 angehende Kaufleute EFZ an über 90 Schulen erstmals die schweizweit digitalen, kompetenzorientierten schulischen Abschlussprüfungen der KV-Reform 2023 abgelegt – in Teilen mit erlaubtem KI-Einsatz. Kritiker, darunter Mitte-Nationalrat Nicolò Paganini, monieren, es werde zu wenig konkretes Fachwissen geprüft und die KI spiele eine zu grosse Rolle; ein Fähigkeitszeugnis zeige dann eher, wer geschickt mit Tools umgehe, als wer den Beruf beherrsche. Der Kaufmännische Verband und das SBFI halten dagegen, die Anforderungen seien nicht gesenkt, sondern an die digitalisierte Arbeitswelt angepasst worden, in der KI-Anwendungen zum Berufsalltag gehörten.
AILit-Framework: Vier Bereiche, neunzehn KI-Kompetenzen für die Schule
OECD und Europäische Kommission haben mit dem AILit-Framework einen Kompetenzrahmen für KI-Bildung vorgelegt, den der Think Tank Medien und Informatik der PHBern für den Schweizer Schulkontext aufbereitet. Das Modell gliedert 19 Kompetenzen in vier Bereiche: KI bewusst nutzen, kreativ einsetzen, gezielt delegieren und aktiv mitgestalten. Ethische Fragen wie Fairness, Verzerrung und Datenschutz sind quer durch alle Bereiche integriert statt isoliert behandelt.
Ohio verpflichtet ab 1. Juli 2026 jede Schule zu einer eigenen KI-Richtlinie
Seit dem 1. Juli 2026 müssen in Ohio alle öffentlichen Schulbezirke, Charter- und STEM-Schulen eine formelle Richtlinie zum Einsatz künstlicher Intelligenz beschlossen haben – so schreibt es das Haushaltsgesetz House Bill 96 vor. Schulen können das Modell des Bildungsdepartements (ODEW) unverändert übernehmen oder eine eigene Fassung entwickeln; abgedeckt werden müssen unter anderem zulässige Nutzung, Datenschutz, Anbieterprüfung und akademische Integrität. Damit ist Ohio nach eigener Darstellung der erste US-Bundesstaat, der KI-Governance an Schulen von einer Empfehlung in eine gesetzliche Pflicht überführt.
Educa: Neues Dossier stellt digitale Selbstbestimmung ins Zentrum der EdTech-Debatte
Die Fachagentur Educa hat am 30. Juni 2026 unter dem Titel «Schule – Mensch – EdTech: Der Mensch im Fokus» ein neues Dossier lanciert. Es warnt vor einem Ungleichgewicht: Lernende und Lehrpersonen produzieren in smarten Lernplattformen laufend Daten, haben aber kaum Kontrolle darüber, was damit geschieht. Educa fordert, dass beide die Systeme verstehen, die sie nutzen, und dass Menschen nicht anhand von Daten und Algorithmen in vorurteilsbehaftete Raster gedrängt werden – Voraussetzung dafür sei eine digital souveräne Schule als Institution.
Educa: Von den NFP-77-Grundsätzen zu konkreten Schritten
Educa übersetzt die Befunde des Nationalen Forschungsprogramms 77 in sechs Handlungsfelder für die digitale Transformation im Bildungswesen: systemische Kooperation, inklusive Gestaltung, pädagogisch begründete Innovation, ethische Werte, Datenzugang und Anpassungsfähigkeit. Der Beitrag verknüpft die Forschungsergebnisse mit Educas laufenden Arbeiten an Datennutzungspolitik und Kriterienkatalog für Bildungsökosysteme.
Was Lernende von einer Schul-KI erwarten: Denkhilfe statt Denkersatz
Der Think Tank Medien und Informatik der PHBern stellt eine im Mai 2026 in «Frontiers in Education» erschienene Studie vor, die 841 offene Antworten von Schülerinnen und Schülern aus mehreren europäischen Ländern auswertet. Das Team um Cathérine Conradty und Franz Xaver Bogner (Universität Bayreuth) findet drei erwünschte Rollen einer KI: Tutor (erklären), Coach (personalisieren) und Companion (emotional begleiten). Übergreifend zeigt sich: Die Jugendlichen wünschen sich Unterstützung beim Denken, lehnen fertige Lösungen aber mehrheitlich ab und ziehen selbst eine Grenze zwischen sinnvoller Hilfe und unerwünschter Aufgabenübernahme.
Google stellt an der ISTE 2026 neue KI-Werkzeuge für Schulen vor
An der Bildungstechnologie-Konferenz ISTELive 2026 hat Google eine Reihe neuer KI-Funktionen für den Unterricht angekündigt. Dazu gehören eine Classroom-Integration in Gemini, mit der Lehrpersonen Routineaufgaben im Kontext ihrer Klasse erledigen können, lehrkraftgesteuerte KI-Aktivitäten sowie «Study Notebooks», die personalisierte Lektionen und Quizze für Lernende erstellen. Für Chromebooks sollen neue Funktionen Schülerinnen und Schüler bei Aufgaben fokussieren und digitale Ablenkungen reduzieren.
Microsoft-Report: KI im Bildungsalltag angekommen – Schulung bleibt die grosse Lücke
Microsoft hat die dritte Ausgabe seines jährlichen «AI in Education»-Reports veröffentlicht. Laut der Befragung von 3'345 Lernenden, Lehrpersonen und Schulleitungen in sechs Ländern (USA, UK, Australien, Brasilien, Japan, Saudi-Arabien) haben 92 Prozent der Lernenden und 88 Prozent der Lehrpersonen KI bereits für schulische Zwecke genutzt – doch 77 Prozent der Schülerinnen und 53 Prozent der Lehrpersonen haben nie eine formale KI-Schulung erhalten. Akademische Integrität bleibt für beide Gruppen die grösste Sorge.
Neuerscheinung: «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht» – Praxisbuch für Lehrkräfte
Marco und Sandra Barenkamp haben mit «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht. Neue Kompetenzen für Lehrkräfte in einer digitalen Welt» (Springer VS, 2026, Print-ISBN 978-3-658-50908-8) eine deutschsprachige Monografie für Lehrpersonen vorgelegt. In neun Kapiteln führt das Buch praxisnah durch konkrete Anwendungsfelder – Unterrichtsgestaltung, Leistungsbewertung, Schulorganisation und KI-gestützte Lehrerfortbildung – und liefert dazu die ethischen, gesellschaftlichen und technischen Grundlagen, um die Funktionsweise von KI-Modellen zu verstehen. Die vorgestellten Methoden sind wissenschaftlich grundiert, unter anderem mit Bezug auf John Hatties «Visible Learning», aber so aufbereitet, dass sie ohne informatische Vorkenntnisse anwendbar sind.
Bayern verankert KI-Einsatz an Hochschulen gesetzlich – und verbietet pauschale KI-Verbote
Der bayerische Ministerrat hat am 23. Juni 2026 eine Änderung des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes (BayHIG) beschlossen, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre rechtlich verankert. Hochschulen dürfen die KI-Nutzung grundsätzlich nicht mehr pauschal verbieten, sollen sie aber – etwa bei unbeaufsichtigten Prüfungen – in ihren Prüfungsordnungen mit einer Kennzeichnungspflicht verbinden. Zugleich wird die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz ausdrücklich als Aufgabe der Hochschulen definiert.
Deutsches Schulbarometer 2026: KI-Nutzung unter Lehrkräften steigt rasant
Die Robert Bosch Stiftung hat am 23. Juni 2026 die neue Ausgabe des Deutschen Schulbarometers veröffentlicht – eine repräsentative forsa-Befragung von 1'547 Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen, durchgeführt zwischen 11. November und 2. Dezember 2025. Der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Tools nie nutzen, sank binnen eines Jahres von rund 31 Prozent (Ende 2024) auf 10 Prozent; der Anteil jener, die KI mehrmals pro Woche einsetzen, verdoppelte sich von 9 auf 19 Prozent. Am häufigsten dient KI dem Erstellen von Unterrichtsaufgaben (64 Prozent) und der Unterstützung bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent).
SRF-Umfrage: Schweizer Hochschulen erfassen KI-Betrug kaum – und setzen auf neue Prüfungsformen
Eine exklusive SRF-Umfrage bei 31 Schweizer Hochschulen, veröffentlicht am 22. Juni 2026, zeigt: Generative KI ist im Studienalltag angekommen, doch belastbare Zahlen zu unerlaubter Nutzung fehlen fast überall. Die PH Luzern verzeichnete seit Anfang 2023 27 Fälle, die ZHAW 17 in zwei Jahren, die ETH bewegt sich im «tiefen einstelligen Bereich pro Jahr» – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Mindestens 11 der 31 Hochschulen setzen KI-Erkennungssoftware ein, räumen aber deren Grenzen ein; die Universität Lausanne verzichtet bewusst darauf, um Fehlbeschuldigungen zu vermeiden. Grundsätzlich erlauben und fördern alle befragten Hochschulen den KI-Einsatz, verlangen aber Transparenz und verlagern Prüfungen zunehmend auf mündliche Formate, Präsentationen und begleitete Zwischenstände.
EDUCAUSE-Report: Generative KI zwingt Hochschulen, die Leistungsbeurteilung neu zu denken
Der US-Hochschulverband EDUCAUSE hat im Juni 2026 den Report «The Impact of AI on Learning Assessment» veröffentlicht, der auf einer Befragung von 438 Lehrenden und Mitarbeitenden (2. bis 14. März 2026) beruht. Im Zentrum steht, wie Hochschulen auf generative KI reagieren – von der Neugestaltung von Prüfungsformaten bis zu veränderten Erwartungen an einen zulässigen KI-Einsatz und an akademische Integrität. Der Bericht dokumentiert eine Verschiebung weg von leicht automatisierbaren Aufgaben hin zu Formaten, die eigenständiges Denken und nachvollziehbare Prozesse sichtbar machen.
Norwegen: erst Grundkompetenzen, dann KI – Schulen führen Werkzeuge gestuft ein
Die norwegische Regierung hat am 19. Juni 2026 in einem Bildungsbericht (Stortingsmelding) einen gestuften, kompetenzorientierten Umgang mit generativer KI an Schulen festgelegt – kein pauschales Verbot, sondern eine klare Reihenfolge: zuerst grundlegende Kompetenzen aufbauen, dann KI schrittweise einführen. Für die Klassen 1–7 (6–13 Jahre) erhalten Schülerinnen und Schüler grundsätzlich keinen Zugang zu generativer KI für eigene Schularbeiten; in der Sekundarstufe I (8.–10. Klasse) kann KI vorsichtig und begleitet eingeführt werden; in der Oberstufe sollen Jugendliche lernen, KI angemessen für Studium und Beruf zu nutzen. Begründet wird die Staffelung damit, dass Kinder zuerst tragfähige Fähigkeiten im Lesen, Schreiben, Rechnen sowie in Aufmerksamkeit und Selbstregulation entwickeln sollen, bevor KI das Lernen unterstützt – statt Teile des Lernprozesses zu ersetzen. Das Bildungsdirektorat (Utdanningsdirektoratet) soll die konkreten Empfehlungen vor Schuljahresbeginn Ende August 2026 veröffentlichen.
OECD und EU-Kommission lancieren «AILit» – europäisches Rahmenwerk für KI-Kompetenzen an Schulen
Am 18. Juni 2026 haben die OECD und die Europäische Kommission an der Flaggschiff-Veranstaltung des European Digital Education Hub die finale Fassung des «AILit Framework» für die Primar- und Sekundarstufe vorgestellt. Das mit Unterstützung von CodeAI (vormals Code.org) und internationalen Fachleuten entwickelte Rahmenwerk ordnet KI-Kompetenzen in vier Bereiche: «Engage with AI», «Create with AI», «Manage AI» und «Shape AI». Es beschreibt fächerübergreifend, was Lernende über KI verstehen und können sollen, und soll in die innovative Domäne des PISA-2029-Assessments einfliessen. Der Stifterverband hat die Perspektive der deutschsprachigen Bildungscommunity eingebracht und die deutsche Übersetzung übernommen.
einstAIn-Studie: 850'000 Schweizer Jobs stark von KI betroffen – Ruf nach nationaler KI-Qualifizierungsoffensive
Die von Angestellte Schweiz und Kuble getragene Denkfabrik einstAIn hat am 16. Juni 2026 eine Studie zur KI-Exposition des Schweizer Arbeitsmarkts veröffentlicht. Von rund 3 Millionen untersuchten Stellen in 86 Berufsgruppen seien 28 Prozent – über 850'000 Jobs mit einer Lohnsumme von mehr als 80 Milliarden Franken – stark durch generative KI beeinflusst. Am stärksten exponiert sind Administration sowie Finanz- und Rechtsberufe, am wenigsten Handwerk, Bau und Pflege. Die Studie (öffentliches Dashboard unter jobs.einstain.ch, methodisch an Eloundou et al. 2024 in Science angelehnt) erwartet keinen automatischen Stellenabbau, sondern tiefgreifend veränderte Berufsprofile – und fordert als zentrale Konsequenz eine «breit angelegte KI-Qualifizierungsoffensive», etwa über national finanzierte Weiterbildungsfonds. SRF berichtete am 17. Juni national über die Studie.
ICT-Berufsbildung Schweiz: «Exam-Lab» und agile Methoden sollen die Berufsbildung KI-tauglich machen
George Streit von ICT-Berufsbildung Schweiz argumentiert in der Netzwoche (10. Juni 2026), die duale Berufsbildung müsse agile Methoden aus der Tech-Branche übernehmen, weil starre fünfjährige Revisionszyklen mit dem Tempo des KI-getriebenen Wandels nicht mehr Schritt halten. Der Verband setzt bereits auf Proof-of-Concept- und Minimum-Viable-Product-Ansätze; das Leuchtturmprojekt «Exam-Lab» erprobt digitale Prüfungsformate mit simulierten Critical Incidents. Statt punktueller Überarbeitungen alle fünf Jahre soll die Berufsentwicklung zu einem kontinuierlichen Prozess mit regelmässigem Austausch zwischen Betrieben, Verbänden und Bildungsinstitutionen werden.
Bild: Common Sense Media / Youth AI Safety Institute
Forschung8. Juni 2026·Welt
Common Sense Media: 86% der Kinder nutzen KI — ein Viertel wendet sich bei Hausaufgaben zuerst an Chatbot statt an Erwachsene
Das Youth AI Safety Institute von Common Sense Media hat am 8. Juni 2026 die bislang umfassendste Erhebung zur KI-Nutzung durch Kinder und Jugendliche (9–17 Jahre, n=1'204) veröffentlicht. 86% haben generative KI (ChatGPT, Gemini etc.) bereits genutzt, fast ein Viertel täglich. 85% setzen KI für Schularbeiten ein — und 25% wenden sich bei Hausaufgaben zuerst an einen Chatbot, bevor sie Lehrpersonen, Eltern oder andere vertrauenswürdige Erwachsene fragen. 16% der Nutzenden für Hausaufgabenhilfe geben an, Schularbeiten ohne KI nicht mehr abschliessen zu können. Fast die Hälfte der Kinder hat noch nie mit Eltern über KI-Sicherheit gesprochen; nur rund die Hälfte hat von der Schule eine Orientierung zur Bewertung von KI-Informationen erhalten.
Meta-Analyse: Generative KI kann kritisches Denken fördern – aber nur unter klaren didaktischen Bedingungen
Eine in der Fachzeitschrift «Educational Psychology Review» publizierte Drei-Ebenen-Meta-Analyse hat 26 Studien mit 47 Effektstärken zum Zusammenhang von generativer KI und kritischem Denken ausgewertet. Im Durchschnitt ging KI-gestütztes Lernen mit einer moderat höheren Leistung im kritischen Denken einher (g = 0.544). Entscheidend waren jedoch die Rahmenbedingungen: Besonders wirksam waren KI-Werkzeuge mit Tutoring-Funktion und ein vorgegebener, strukturierter Einsatz – das breite Vorhersageintervall zeigt, dass unbegleiteter Einsatz auch negativ wirken kann.
Duke-Kurs «Hack Your Grade»: Studierende lernen KI-Sicherheit, indem sie einen Bewertungs-Chatbot austricksen
Im Kurs zu KI und Cybersicherheit von Brinnae Bent an der Duke University müssen Studierende einen Chatbot, der bewusst keine Bestnoten vergibt, mit Überredung, Prompt Injection und Social Engineering zur gewünschten Note bewegen. Ziel ist, adversariales Verständnis von KI-Systemen durch praktisches Experimentieren in einer abgesteckten Umgebung zu vermitteln statt durch reine Theorie. Vorgestellt wurde die Aufgabe in der ersten Ausgabe von OpenAIs neuem Bildungs-Newsletter «The Edu Prompt».
NPR/Ipsos-Umfrage: 73% der US-Lehrpersonen sehen KI als grösste Umwälzung seit Internet — Mehrheit sorgt sich um kritisches Denken
Eine repräsentative NPR/Ipsos-Umfrage unter 545 US-amerikanischen K-12-Lehrpersonen (Erhebungszeitraum 27. April – 5. Mai 2026, veröffentlicht 5. Juni 2026) zeichnet ein ambivalentes Bild: 73% glauben, KI werde grössere Auswirkungen auf die K-12-Bildung haben als frühere Technologieschübe wie Internet oder Computer. Gleichzeitig sehen 54% KI als Gefahr für das kritische Denken der Lernenden, 59% berichten, KI erodiere das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern. 55% bezeichnen KI primär als «Abkürzung, um Arbeit zu vermeiden». Auf der anderen Seite nutzen die meisten Lehrpersonen KI selbst produktiv — zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien (69%) und für die Unterrichtsplanung (52%). Alarmierend: Nur rund ein Drittel der Schulen hat formelle Richtlinien für den KI-Einsatz durch Lernende; 52% der Befragten geben an, ihre Schule habe keine oder unklare KI-Leitlinien.
Studie: KI-Transformation der Berufsbildung steht erst am Anfang
Eine vom Berner Mittelschul- und Berufsbildungsamt in Auftrag gegebene Studie von Sabine Seufert (Universität St. Gallen) zeigt, dass Berufsbildungsinstitutionen im Kanton Bern überwiegend am Beginn der KI-Transformation stehen. Getrennte digitale Ökosysteme der Lernorte erweisen sich dabei als Innovationsbremse. Seufert schlägt ein Reifegradmodell vor, das den Stand sichtbar macht und Entwicklungsschritte steuerbar macht.
Utah führt als erster US-Bundesstaat Google Gemini flächendeckend an allen K-12-Schulen ein
Die Utah State Board of Education und Google haben am 4. Juni 2026 eine Partnerschaft bekannt gegeben, die ab dem Schuljahr 2026/27 «Gemini for Education» kostenlos an alle öffentlichen Schulen des Bundesstaats bringt – für über 708'000 Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen. Im Paket enthalten sind Lehrkräfte-Schulungen sowie Google Career Certificates für die Sekundarstufe II. Über den konkreten Einsatz entscheiden die einzelnen Schulträger selbst (lokale Kontrolle). Utah ist damit der erste US-Bundesstaat mit einem flächendeckenden, staatlich getragenen Einsatz generativer KI im K-12-Bereich.
WEF lanciert KI-Bereitschafts-Framework für Bildungssysteme: sechs Dimensionen für verantwortungsvollen KI-Einsatz
Das World Economic Forum veröffentlichte am 4. Juni 2026 den Bericht «Shaping the Future of Learning: Education Readiness for the Age of AI». Das Dokument stellt ein praktisches KI-Bereitschafts-Framework vor, das Bildungspolitikerinnen, Schulleitungen und Technologieanbieter dabei unterstützen soll, die notwendigen Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz zu prüfen und zu schaffen. Das Framework umfasst sechs Dimensionen: Governance, Infrastruktur, akademische Integrität, digitale Kompetenz, Lehrkapazität sowie Lernererfahrung. Die Kernbotschaft: Ohne die richtigen Grundlagen kann KI Lernqualität, Chancengerechtigkeit und Vertrauen in Bildungssysteme eher schwächen als stärken. Das Framework ist als Selbstevaluationsinstrument konzipiert — keine Länderrankings, sondern Orientierung für Bildungsakteure.
New Yorks Lehrergewerkschaft NYSUT beschliesst Resolution: Verbot von KI-Chatbots für unter 16-Jährige, Bildschirmstopp bis zur 2. Klasse
New York State United Teachers (NYSUT) — der Dachverband der New Yorker Lehrkräfte und mit über 600'000 Mitgliedern eine der grössten Lehrergewerkschaften der USA — hat am 1. Juni 2026 eine Resolution verabschiedet, die konkrete Grenzen für Bildschirm- und KI-Nutzung an Schulen fordert. Verlangt werden ein vollständiges Verbot individueller Bildschirmnutzung von der Vorschule bis zur 2. Klasse (inklusive Online-Prüfungen), der Verzicht auf schülergerichtete KI für junge Lernende, ein Verbot von KI-Chatbots für Schülerinnen und Schüler unter 16 Jahren sowie der Erhalt von Papier-Prüfungsoptionen. Gewerkschaftspräsidentin Melinda Person: «Lehrkräfte sind nicht technologiefeindlich — wir sind pro Kind.» Die Resolution folgt eine Woche nach dem «Devices-down»-Plan der nationalen Dachgewerkschaft AFT.
Gates Foundation und Digital Promise lancieren 8-Millionen-Dollar-RFP für Open-Source-KI-Nachhilfe in Mathematik
Am 1. Juni 2026 hat Digital Promise, ein gemeinnütziges US-Bildungsinstitut mit Unterstützung der Gates Foundation, einen Förderaufruf über bis zu 8 Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines Open-Source-KI-Nachhilfemodells für den K-12-Mathematikunterricht lanciert. Das Modell — intern «EDU AI» genannt — soll als öffentliche Infrastruktur für Forschende, Entwicklerinnen und Entwickler, Schuldistrikten und EdTech-Teams frei zugänglich sein und als Gegengewicht zu proprietären, kommerziellen KI-Nachhilfe-Tools dienen. Antragstellende Teams müssen Kompetenzen aus KI-Engineering, Unterrichtspraxis, Lernwissenschaften und EdTech-Produktentwicklung vereinen. Förderzeitraum: 30 bis 36 Monate ab November 2026. Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026.
NFP 77: Synthesebericht bündelt fünf Jahre Schweizer Forschung zum digitalen Wandel
Das Nationale Forschungsprogramm «Digitale Transformation» (NFP 77) hat am 28. Mai 2026 seinen Synthesebericht vorgestellt. Er fasst die Erkenntnisse von 46 Forschungsteams aus fünf Jahren zusammen und formuliert zwölf evidenzbasierte Impulse für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – gegliedert nach den Bereichen Bildung und Lernen, Arbeitsmarkt und Wirtschaft sowie Demokratie und Governance. Kernbotschaft: Der digitale Wandel ist keine rein technische Frage, sondern eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe; digitale und KI-Kompetenzen sollen lebenslang und über alle Bildungsstufen systematisch gefördert werden.
Educa-Fachtagung 2026: Wie verträgt sich private EdTech mit dem öffentlichen Bildungsauftrag?
Die Fachagentur Educa hat ihre Fachtagung «Educa26» angekündigt, die am 26. August 2026 unter dem Motto «Schule mit EdTech entwickeln: Was bedeutet das?» stattfindet. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die zunehmende Präsenz privater Anbieter mit dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag vereinbaren lässt. Vertreterinnen von Schulleitungsverbänden, Lehrpersonen und ein EdTech-Unternehmer beleuchten die pädagogische, organisatorische und ethische Tragfähigkeit einer EdTech-gestützten Schulentwicklung sowie den Platz der Bildung im «Datenökosystem Schweiz».
LSE-Analyse: Generative KI untergräbt den Wert des Hochschulabschlusses
In einem am 28. Mai 2026 im LSE Impact Blog (London School of Economics) publizierten Beitrag argumentiert der KI-Literacy-Forscher Marvin Starominski-Uehara, dass die nahezu flächendeckende KI-Nutzung durch Studierende die Glaubwürdigkeit von Hochschulabschlüssen gefährdet. Er stützt sich auf mehrere Befunde: Laut Stanford AI Index 2026 nutzen 80% der Studierenden in 15 Ländern generative KI, doch 58% geben an, nicht genug über deren sichere Nutzung zu wissen. In einer Untersuchung erkannten Lehrende KI-generierte Texte nur in 53,75% der Fälle — kaum besser als Raten — und Detektionssoftware wie Turnitin erreicht nur rund 61% Treffsicherheit. Das Kernproblem: KI sei darauf optimiert, Prüfungen zu bestehen, ohne echtes Lernen nachzuweisen.
Beltz: «Lernbegleitung mit KI» — praxisorientiertes Buch zur neuen Rolle der Lehrperson im KI-Zeitalter
Torsten Nicolaisen und Simon Rjosk haben mit «Lernbegleitung mit KI — Die Rolle der Lehrperson neu gestalten» (Beltz Verlag, 208 Seiten, erschienen 28. Mai 2026, ISBN 978-3-407-25972-1) ein praxisorientiertes Werk für Lehrpersonen aller Schulstufen im deutschsprachigen Raum vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen zwei Leitfragen: Wie entwickeln Lehrpersonen tragfähige KI-Kompetenzen — jenseits von Tool-Training? Und wie lässt sich mit KI-Unterstützung individuell und differenziert begleiten, ohne die pädagogische Verantwortung abzugeben? Das Buch behandelt pädagogische, rechtliche und ethische Dimensionen und liefert konkrete Strategien für Personalisierung, Differenzierung und metakognitives Lernen.
AFT-Chefin Weingarten: «Devices Down, Eyes Up, Hands-On» — grösste US-Lehrergewerkschaft fordert KI-Verbote für junge Lernende und Big-Tech-Steuer
Randi Weingarten, Präsidentin der American Federation of Teachers (AFT, 1,7 Millionen Mitglieder), stellte am 27. Mai 2026 in Washington D.C. einen 10-Punkte-Plan für Schulen im KI-Zeitalter vor. Kernforderungen: Verbot persönlicher Geräte und Online-Assessments für die Klassen 1–2, Ende aller schülerorientierten KI-Tools in der Primarstufe, vollständiges Verbot von «Social-Companion-Chatbots» für unter 16-Jährige und eine «Big-Tech-Steuer», deren Einnahmen in Lehrkräfteausbildung und Schulinfrastruktur fliessen sollen. Weingarten verwies explizit auf Schweden, Estland und Italien, die nach negativen Forschungsbefunden zu Bildschirmzeit (Lesen, Sprache, Mathematik) den digitalen Kurs an Schulen revidiert hätten. Parallel dazu verabschiedete die New Yorker Lehrergewerkschaft NYSUT am 1. Juni 2026 eine analoge Resolution.
Schweizer KI-Aktionsplan: «First Draft» am Digital Gipfel Andermatt — KI-Kompetenz und Bildung als nationale Priorität
Am Digital Gipfel Schweiz 2026 in Andermatt haben digitalswitzerland und das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) am 26. Mai 2026 den «First Draft» des «AI Action Plan for Switzerland» präsentiert. Das unter Mitwirkung von über 200 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bildung erarbeitete Dokument formuliert Massnahmen entlang fünf Stossrichtungen: Forschung und Innovation, Bildung und KI-Kompetenz («AI Competency Boost» für Bevölkerung, Fachkräfte und KMU), digitale Infrastruktur, Datenverfügbarkeit und KI-Governance. Es ist das erste national koordinierte Strategiepapier dieser Art in der Schweiz. Verbindliche Lehrplanvorgaben für Kantone enthält es nicht; der Rahmen bleibt freiwillig. Nächster Meilenstein: AI Summit Genf, Juni 2027.
Google LearnLM: Erste RCT belegt +0,26 SD Lernzuwachs — Erstmals «kausaler» Nachweis für KI-Nachhilfe
Google hat am 26. Mai 2026 Ergebnisse zweier Wirkungsstudien zu LearnLM — dem lernwissenschaftlich optimierten Gemini-Modell — veröffentlicht. Eine randomisierte Kontrollstudie (RCT) in Sierra Leone (48 Klassen, rund 1'800 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8, Laufzeit 8 Wochen) zeigte einen Lernzuwachs von +0,26 Standardabweichungen auf extern validierten Mathematiktests — äquivalent zu 1,2 bis 1,7 Schuljahren typischen Lernfortschritts in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Schülerinnen und Schüler, die die empfohlene Nutzungszeit von 12 Stunden erreichten (69 %), erzielten sogar +0,38 SD. In einer Pilotstudie im Don-Bosco-Schulnetzwerk Norditaliens (700 Lehrpersonen, 9'000 Schülerinnen und Schüler, Primar- bis Berufsstufe) berichteten 80–99 % der Klassen von erfolgreich erreichtem Lernziel; Lehrpersonen meldeten eine Reduktion des Verwaltungsaufwands um 70 %, die sie in individuelle Förderung umleiten konnten.
NPR: 65 % der Studierenden, 59 % der Lehrpersonen der Cal State University skeptisch gegenüber KI-Bildungsdeal mit OpenAI
Eine NPR-Recherche vom 25. Mai 2026 dokumentiert die Folgen des 30-Millionen-Dollar-No-Bid-Vertrags der California State University (CSU) mit OpenAI. Eine Umfrage unter über 94'000 Studierenden und Mitarbeitenden ergab: 65 % der Studierenden und 59 % der Lehrpersonen sind skeptisch, ob KI die Bildung insgesamt verbessert. 52 % der Lehrpersonen berichten von negativen Auswirkungen auf ihre Lehrtätigkeit; 67 % der Studierenden geben an, ihre Professorinnen und Professoren lehrten sie nicht, wie KI ethisch einzusetzen ist. Viele Lehrpersonen wechselten aus Angst vor Betrug zu handschriftlichen Prüfungen oder setzten auf fehleranfällige KI-Detektoren wie TurnItIn.
Papst Leo XIV.: Erste Enzyklika «Magnifica Humanitas» widmet eigenes Kapitel Bildung und KI
Am 25. Mai 2026 hat Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika «Magnifica Humanitas» veröffentlicht (unterzeichnet am 15. Mai 2026). Das 245 Paragrafen umfassende Dokument behandelt die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Mensch, Arbeit, Familie, Politik, Krieg und öffentliche Wahrheit. Ein eigenes Kapitel ist Bildung gewidmet — mit den Abschnitten «Eine Bildungsallianz für das digitale Zeitalter» und «Die zentrale Rolle der Schule». Kernaussagen: Die Schule biete, was die digitale Welt nicht leisten könne — gemeinsame Lernzeit und verlässliche Beziehungen. Früher, unbeaufsichtigter Zugang zu persönlichen Mobilgeräten könne junge Menschen anfällig machen, Isolation, Mobbing und Cybermobbing begünstigen. KI-Bildung müsse deshalb auch lehren, wann und wofür KI nicht eingesetzt werden soll. Originaltext der Enzyklika: https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html.
HEPI-Studie zu 96 britischen Hochschulen: KI-Richtlinien klingen bildungsorientiert, funktionieren aber oft als Kontrollinstrumente
Das Higher Education Policy Institute (HEPI) hat am 21. Mai 2026 die Policy Note 71 von Professor Sam Illingworth (Edinburgh Napier University) veröffentlicht — eine Analyse von 96 öffentlich zugänglichen KI-Richtlinien britischer Hochschulen. Zentrale Befunde: 41% der abschlussberechtigten Institutionen haben überhaupt keine öffentlich zugängliche KI-Richtlinie, manche verstecken sie hinter Login-Wänden. Zwar klingen 86% der Richtlinien sprachlich bildungsorientiert, doch eine genauere Analyse zeigt, dass rund die Hälfte faktisch als Kontroll- und Disziplinierungsmechanismus funktioniert. Keine einzige der untersuchten Richtlinien drückt grundsätzliches Vertrauen in Studierende aus; ein sektorweiter Standard fehlt.
Grösste KI-Studie an Hochschulen in Science: 40% nutzen KI regelmässig — soziale Ungleichheit beim KI-Zugang nimmt zu
Eine am 21. Mai 2026 in Science publizierte Studie von UC-Berkeley-Forscher Igor Chirikov (mit Teams der University of Technology Sydney und Cornell University) ist die bislang umfangreichste Erhebung zur KI-Nutzung an Hochschulen: 95'000 Studierende an 20 US-Forschungsuniversitäten. Rund zwei Drittel haben generative KI verwendet, fast 40% monatlich oder häufiger. Besonders brisant ist die soziale Dimension: Studierende aus einkommensschwachen Verhältnissen, nicht-weisse und weibliche Studierende nutzen KI signifikant seltener — ein wachsender Kompetenz- und Karrierenachteil in einer Arbeitswelt, die KI-Kenntnisse zunehmend voraussetzt. Mindestens 9% der KI-Nutzenden räumten ein, KI für Betrug eingesetzt zu haben; in Nicht-MINT-Fächern lag der Anteil höher als in MINT.
Bild: Europäische Kommission / European Digital Education Hub
Bildungspolitik21. Mai 2026·EU
EU-Kommission: Aktualisierte ethische KI-Leitlinien für Lehrpersonen — generative KI, Hochrisiko-Systeme, Datenschutz
Die Europäische Kommission hat am 21. Mai 2026 die aktualisierte Ausgabe ihrer ethischen Leitlinien für den Einsatz von KI und Daten in Unterricht und Lernen veröffentlicht (Erstausgabe: 2022). Das Dokument, erarbeitet durch die Working Group on the Ethical Use of AI and Data in Education des European Digital Education Hub, richtet sich primär an Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe. Kernbotschaft: «Ethische und rechtliche Überlegungen dürfen kein Anhängsel beim KI-Einsatz sein, sondern müssen fundamental sein.» Die aktualisierten Leitlinien adressieren: Anwendungen generativer KI für Unterrichtsplanung, personalisiertes Lernen, Beurteilung, frühes Erkennen von Lernschwierigkeiten und Verwaltung; Hochrisikosysteme (Zulassung, Benotung, Verhaltensmonitoring, Lernfortschritt) mit strengerer Aufsichtspflicht; Verbote (Emotionserkennung in Schulen); Datenschutz nach DSGVO und EU AI Act; sowie menschliche Aufsicht und Transparenzpflichten.
OpenAI am Education World Forum London: Kasachstan schult 84'000 Lehrpersonen mit ChatGPT Edu — Singapur tritt Programm bei
Am 20. Mai 2026 präsentierte OpenAI am Education World Forum in London erste Ergebnisse des Programms «Education for Countries»: In Kasachstan wurden landesweit 84'000 Lehrpersonen mit ChatGPT Edu ausgestattet; 9 von 10 befragten Lehrpersonen gaben selbstberichtet an, das Tool sei für ihre Arbeit nützlich. Gleichzeitig wurde Singapur als neues Partnerland des Programms bekannt gegeben, das Regierungen bei der Entwicklung nationaler KI-Bildungsstrategien unterstützt. Singapur hat zudem einen S$300-Millionen-Pakt mit OpenAI unterzeichnet, der ein Applied-AI-Lab und nationale KI-Kompetenzentwicklung umfasst.
Bild: Bildungsklick / Senatsverwaltung für Bildung Berlin
Tools20. Mai 2026·EU
telli wird AIS.chat — Deutschlands gemeinsames KI-Schulwerkzeug startet in Berlin
Seit dem 20. Mai 2026 steht der KI-Chatbot AIS.chat — vormals telli — allen öffentlichen Schulen in Berlin kostenlos zur Verfügung. Das Tool war bereits in mehreren Bundesländern aktiv; am 11. Mai wechselte es aus markenrechtlichen Gründen den Namen. Entwickelt wurde es im Auftrag aller 16 deutschen Bundesländer vom FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht); es bindet verschiedene Sprachmodelle (u.a. Meta Llama 3.3 und GPT-5 mini) über eine einheitliche Oberfläche ein. Alle Daten werden auf EU-Servern verarbeitet; Nutzungsdaten fliessen weder an Dritte noch werden sie für KI-Training verwendet. Authentifizierung erfolgt über VIDIS, das bundesweite Bildungsidentitätssystem.
EduAI Summit in St.Gallen: nationaler Treffpunkt für KI und Schule — ausgebucht mit 120 Lehrpersonen
Am 27. Mai 2026 findet im Switzerland Innovation Park Ost in St.Gallen der erste EduAI Summit statt — ein nationaler Treffpunkt für Lehrpersonen, Bildungsforschende und Innovationspartner aus der ganzen Schweiz. Das Programm umfasst Keynotes von Prof. Dr. Horst Biedermann (Rektorat PHSG), Dr. Rafael Wampfler (ETH Zürich) und Prof. Dr. Sabine Seufert (HSG) sowie zehn Peer-to-Peer-Workshops zu KI-Anwendungen im Unterricht. Der Summit ist Teil der EduAI-Initiative von Smartfeld, die der Kanton St.Gallen mit 800'000 Franken mitfinanziert; ein neu lancierter EduAI Award zeichnet besonders innovative KI-Anwendungen im MINT-Unterricht aus. Anmeldungen sind ausgeschöpft.
Bild: Digital Watch Observatory / UNESCO Open Learning
Praxis18. Mai 2026·Welt
UNESCO lanciert KI-MOOC für Lehrpersonen auf Englisch — «Educating in the Age of AI» startet 15. Juni
Am 18. Mai 2026 hat die UNESCO die zweite Ausgabe ihres kostenlosen Online-Kurses «Educating in the Age of Artificial Intelligence: Digital Citizenship from the Classroom» angekündigt — erstmals auch auf Englisch (bisher nur Spanisch). Der Kurs beginnt am 15. Juni 2026 auf der UNESCO Open Learning-Plattform und richtet sich an Lehrpersonen, Schulteams und Bildungseinrichtungen. Fünf thematische Module behandeln algorithmische Systeme, digitale Ethik, Online-Verhalten, Informationsintegrität und gesellschaftliche Auswirkungen von KI auf demokratische Partizipation. Die erste Ausgabe (Spanisch) hatte über 23'000 registrierte Teilnehmende.
Anthropic und Gates Foundation: 200-Millionen-Dollar-Partnerschaft für KI-gestütztes Lernen weltweit
Am 14. Mai 2026 haben Anthropic und die Bill & Melinda Gates Foundation eine Vier-Jahres-Partnerschaft über 200 Millionen Dollar bekannt gegeben. Im Bildungsbereich soll Claude-gestützte Nachhilfe für K-12-Schülerinnen und -Schüler in den USA bereitgestellt werden — mit Fokus auf Mathematik, Studienberatung und Lehrplangestaltung. In Subsahara-Afrika und Indien fördert die Global AI for Learning Alliance (GAILA) KI-Apps für Grundkompetenz in Lesen und Rechnen. Die Partnerschaft verpflichtet sich zur Entwicklung öffentlicher Benchmarks und Datensätze, um die Wirksamkeit von KI-Bildungstools messbar zu machen, bevor sie skaliert werden.
Microsoft: «Study and Learn»-Agent in Copilot für Bildungskunden — kostenlos für Schülerinnen und Schüler ab 13
Am 13. Mai 2026 hat Microsoft den «Study and Learn Agent» allgemein verfügbar gemacht — ein KI-Agent in Microsoft 365 Copilot, der für Bildungskunden aller Schultypen und Hochschulen ohne Aufpreis freigeschaltet ist. Der Agent ist nach dem Prinzip «Der Lernende denkt» konzipiert: Er erklärt Konzepte, stellt Rückfragen statt direkte Antworten zu liefern, und bietet interaktive Übungsformate wie Flashcards, Quiz und Lückentexte. Er ergänzt den «Teach Agent» für Lehrpersonen, der Unterrichtsplanung und Materialerstellung unterstützt. Der Zugang erfolgt über die M365 Copilot-App mit Schul-Login.
Google integriert Gemini und NotebookLM in Moodle — KI-Assistenz direkt im meistgenutzten Hochschul-LMS
Ab dem 12. Mai 2026 steht die Gemini LTI-Integration für Moodle zur Verfügung — nach Canvas und Schoology jetzt auch für das an Schweizer Hochschulen dominierende Lernmanagementsystem. Lehrende können den KI-Assistenten Gemini sowie NotebookLM direkt in Kursseiten, Aufgabenblätter oder Quiz-Module einbetten. Studierende erhalten kontextsensitive Erklärungen und Audio-Zusammenfassungen von Kursmaterialien, ohne Moodle zu verlassen. Die Assignments LTI-Integration ermöglicht zudem das digitale Einsammeln und Beurteilen von Arbeiten inklusive Authentizitätsprüfung.
Rat der EU verabschiedet erstmals formelle Schlussfolgerungen zu KI in der Bildung — Lehrpersonenrolle und Menschzentrierung im Zentrum
Am 11. Mai 2026 hat der Rat der Europäischen Union im Rahmen der Tagung des Rates Bildung, Jugend, Kultur und Sport erstmals formelle Schlussfolgerungen zu KI in der Bildung verabschiedet — ein bildungspolitischer Meilenstein. Das Dokument fordert einen ethischen, sicheren und menschenzentrierten Umgang mit KI in Bildungssystemen entlang von vier Schwerpunkten: Stärkung digitaler Kompetenzen und KI-Literacy, Sicherstellung von Inklusion und Chancengerechtigkeit, Stärkung der Rolle der Lehrpersonen sowie Förderung des Wohlbefindens von Lehrenden und Lernenden. Konkret werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die KI- und Digitalkompetenzen der Lehrpersonen durch gezielte Aus- und Weiterbildung zu stärken, bildungsspezifische KI-Tools datenschutzkonform zu fördern und Lehrpersonen in die Gestaltung und Evaluation von KI-Tools einzubeziehen. Die Schlussfolgerungen benennen auch Risiken: algorithmische Verzerrung, Datenschutzschwächen, Gefährdung der Lehrerautonomie, Desinformation und eine mögliche Vergrösserung digitaler Ungleichheiten.
LEARNTEC 2026: 11'000 Besucher, 25% Wachstum — KI wandelt sich vom Tool zum Lernpartner
Die LEARNTEC 2026, Europas führende Fachmesse für digitale Bildung, fand vom 5. bis 7. Mai in Karlsruhe statt und verzeichnete über 11'000 Besucher sowie mehr als 340 Aussteller aus 20 Ländern — ein Kongresswachstum von über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zentrales Thema war der Paradigmenwechsel: KI nicht mehr als Recherchewerkzeug, sondern als Lernpartner. «Agentic Learning» — Mensch-Maschine-Kollaboration bei komplexen Lernprojekten — dominierte viele Panels. VW-Academy-Leiter Franz Strukelj brachte den Wandel auf den Punkt: «In Zukunft trainieren wir nicht mehr nur den Menschen, sondern auch KI-Agenten, so dass Mensch und Maschine zusammen Wertschöpfung erzeugen.» Weiteres Schwerpunktthema war die Umsetzung des DigitalPakt 2.0 für Schulen.
EU Digital Omnibus: Hochrisiko-KI in der Bildung erhält 16 Monate Aufschub — Transparenzpflichten bleiben
Europaparlament und EU-Rat haben am 7. Mai 2026 eine provisorische Einigung zum «Digital Omnibus on AI» erzielt. Die wichtigste Änderung für Schulen und EdTech: Die Hochrisiko-KI-Pflichten nach Anhang III — der Bildung und Berufsbildung explizit einschliesst — werden um 16 Monate verschoben, von August 2026 auf den 2. Dezember 2027. Gleichzeitig gelten ab Dezember 2026 neue Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte, die Schulen bereits jetzt bei der Werkzeugwahl berücksichtigen müssen.
EU Digital Omnibus: KI-Hochrisiko-Fristen für Schulen und Hochschulen auf Dezember 2027 verschoben
Am 7. Mai 2026 einigten sich EU-Parlament und Rat auf den «Digital Omnibus on AI», der zentrale Fristen des EU AI Acts verschiebt. Hochrisiko-KI-Systeme in Bildung und Ausbildung (Annex III) — darunter KI für Zulassung, Lernzielbeurteilung und Prüfungsüberwachung — müssen erst ab 2. Dezember 2027 statt wie ursprünglich ab August 2026 konform sein. Hochrisiko-KI in zertifizierungspflichtigen Produkten (Annex I) erhält sogar bis August 2028 Zeit. Nicht verschoben wurden Transparenzpflichten inkl. Kennzeichnung KI-generierter Inhalte — diese gelten ab 2. Dezember 2026. Ebenfalls unverändert: Art. 4 (KI-Kompetenzanforderungen) bleibt ab August 2026 verpflichtend.
Bild: SBFI – Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
Bildungspolitik6. Mai 2026·CH
Bundesrat genehmigt Bericht zur Berufsbildungsattraktivität — KI und Digitalisierung als strategische Stossrichtung
Der Bundesrat hat am 6. Mai 2026 den Bericht «Attraktivität der Berufsbildung wird weiter gestärkt» verabschiedet. Unter den gemeinsam mit Kantonen und Arbeitgebenden festgelegten strategischen Stossrichtungen steht explizit der «Einbezug von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz». Der Bericht fliesst in die «Roadmap Attraktivität der Berufsbildung» ein, die Anfang 2026 lanciert wurde und Teil der Initiative «Berufsbildung 2030» ist. Weitere Prioritäten: Stärkung des Lehrstellenangebots, Weiterentwicklung der Berufsmaturität, Optimierung der Berufsberatung und Verbesserung der Durchlässigkeit.
BIBB-Datenreport 2026: Schwerpunkt «KI in der Berufsbildung» — von der Berufsorientierung bis zur Erwerbstätigkeit
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat am 6. Mai 2026 die Vorversion seines Datenreports zum Berufsbildungsbericht 2026 veröffentlicht. Das Schwerpunktkapitel widmet sich erstmals vollständig «Künstlicher Intelligenz in der Berufsbildung»: Es begleitet einen typischen Berufsbildungsweg von der Berufsorientierung über die Ausbildung bis zur KI-Nutzung in der Erwerbstätigkeit und Weiterbildung — und unterscheidet zwischen der langfristigen Durchdringung der Arbeitswelt durch KI-Technologien und der aktuellen, durch generative Systeme geprägten Umbruchphase. Flankierend dokumentiert der Bericht eine Krise am deutschen Ausbildungsmarkt: 476'000 neue Ausbildungsverträge (−2,1 %), aber 39'900 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber — Rekordstand seit 2007.
ETH Zürich: 400 Studierende lernen Embedded Systems mit kursinternem KI-Assistenten und Open-Hardware-Kit
Die ETH Zürich hat den Kurs «Embedded Systems» grundlegend umgestaltet: Ein offenes Hardware-Kit und ein kursinterner KI-Assistent — trainiert auf Kursmaterialien, Dokumentation und vergangenen Prüfungen — begleiten rund 400 Studierende aus Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und weiteren Disziplinen. Der Assistent steht rund um die Uhr für Code-Debugging, Designfragen und Präsentationsvorbereitung zur Verfügung. Die Einschreibungen stiegen von rund 250 auf 482, und die Kurszufriedenheit verbesserte sich deutlich. Kursleiter Michele Magno wurde für den KITE Award 2026 nominiert.
Springer Nature hat die viel beachtete Meta-Analyse «The effect of ChatGPT on students' learning performance, learning perception, and higher-order thinking» von Jin Wang und Wenxiang Fan (Hangzhou Normal University, Jing Hengyi School of Education) am 22. April 2026 zurückgezogen — Anfang Mai berichteten Telepolis, 404 Media und der EdTech Innovation Hub. Die im Mai 2025 in «Humanities and Social Sciences Communications» publizierte Arbeit hatte aus 51 Studien einen «grossen positiven Effekt» (g = 0.867) von ChatGPT auf Lernleistungen sowie moderate Effekte auf Lernwahrnehmung und höheres Denken abgeleitet. Mit rund 486'000 Aufrufen, 266 Zitationen in begutachteten Springer-Nature-Journalen und einem Altmetric-Score von über 1'000 zählte sie zu den meistgenutzten Belegen für KI-Vorteile im Bildungsbereich. Der Verlag begründet den Rückzug mit «Diskrepanzen in der Meta-Analyse», die das Vertrauen in Validität und Schlussfolgerungen untergraben; die Autoren reagierten nicht auf Korrespondenz. Der Edinburgher Bildungsforscher Ben Williamson kritisierte, die Studie habe «teilweise qualitativ sehr schwache» Einzelstudien aggregiert.
Starke Schule beider Basel: «Das Verschwinden der Lehrer» — KI als vierter Akt einer jahrzehntelangen Marginalisierung
Im Beitrag «Das Verschwinden der Lehrer — ein Stück in vier Akten» (3. Mai 2026) analysiert Christine Staehelin von der Bildungsinitiative Starke Schule beider Basel die schrittweise Entkernung der Lehrerrolle in der Volksschule. Akt 1: Pädagogische Reformen verschieben Lehrpersonen vom Vermittler zur Lernbegleitung. Akt 2: Die Digitalisierung verspricht adaptives, individuelles Lernen — und reduziert die Tätigkeit der Lehrperson auf IT-Problemlösung, Bildschirmüberwachung und Auswertungen-Lesen. Akt 3: Ein Schulverständnis, das die zentrale Rolle der Lehrperson durch selbstgesteuertes Lernen ersetzt. Akt 4 — die KI: Chatbots übernehmen Aufgabenformulierung, Feedback und Korrekturen. Die Autorin warnt: Wo die Lehrperson verschwindet, verliert die Schule ihr Zentrum — Bildung brauche «Personen, die für die Sache einstehen, Verantwortung übernehmen und Orientierung geben».
Adecco-CEO Machuel: «95 Prozent der KI-Projekte scheitern» — nicht an Technik, sondern an Organisationen
Im Blick-Interview vom 3. Mai 2026 warnt Adecco-CEO Denis Machuel vor überzogenen KI-Erwartungen: 95 Prozent der KI-Projekte scheitern — nicht weil die Technologie mangelhaft ist, sondern weil KI in Organisationen eingesetzt wird, die nicht darauf vorbereitet sind, und in Prozessen, die nicht sauber definiert sind. Machuel betont gleichzeitig, dass jede technologische Revolution bisher mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet hat, mahnt aber zur realistischen Einschätzung: Ohne organisatorische Vorbereitung und Qualifizierung bleibt KI wirkungslos.
SWI swissinfo: KI wird Probleme lösen — oder die Schweiz ins Elend stürzen
SWI swissinfo.ch analysiert in einer umfassenden Reportage vom 1. Mai 2026 die wirtschaftlichen Risiken der KI-Revolution für die Schweiz. KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm identifiziert vier zentrale Risiken: Überalterung, Klimawandel, Deglobalisierung und KI — wobei KI als einziger Punkt auch Chancen bietet. Wird die hochbezahlte Kopfarbeit entwertet, wackelt das Fundament der Schweizer Volkswirtschaft — inklusive Millionenvermögen und Hypothekenberge. Die Reportage skizziert Positiv- und Negativszenarien und fragt, ob die Schweiz ihren Wohlstand halten kann, wenn KI den Arbeitsmarkt grossflächig verändert.
Bild: GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Praxis1. Mai 2026·EU
GEW: KI erobert die Schulen — fast alle deutschen Bundesländer stellen generative KI fürs Klassenzimmer bereit
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) berichtet am 1. Mai 2026: Im laufenden Schuljahr werden fast alle deutschen Bundesländer generative KI-Werkzeuge offiziell für den Unterricht bereitstellen. Bisher nutzten Schüler:innen und Lehrkräfte ChatGPT, Gemini oder Claude oft inoffiziell — mit erheblichen Datenschutz-Risiken. Die GEW fordert klare Rahmenbedingungen, ausreichende Fortbildung und warnt vor der Einführung ohne pädagogisches Konzept. Der Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Landesapplikationen und deren Datenschutz-Architektur.
TÜV-Weiterbildungsstudie 2026: KI-Nutzung in Unternehmen wächst deutlich schneller als die Qualifizierung
Die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 (500 befragte Entscheider:innen) zeigt eine wachsende strukturelle Lücke: 56% der Unternehmen setzen generative KI bereits ein, aber nur 27% schulen ihre Mitarbeitenden systematisch. 75% bieten zwar Weiterbildung an, doch nur 29% haben eine schriftliche Strategie dafür. 45% der Beschäftigten lehnen KI-Nutzung am Arbeitsplatz ab. Besonders der Mittelstand hinkt bei der Qualifizierung hinterher — ein Befund mit direkter Relevanz für die Schweizer Berufsbildung und Hochschulen.
ETH-Studie zum Vibe Coding: Wer mit KI erfolgreich programmiert, braucht Informatikkompetenz und Schreibfähigkeit
Sverrir Thorgeirsson, Theo Weidmann und Prof. Zhendong Su von der ETH Zürich haben in einer am 30. April 2026 publizierten Studie untersucht, welche Fähigkeiten den Erfolg beim sogenannten «Vibe Coding» — dem Programmieren mit KI-Agenten via natürlicher Sprache — erklären. 100 Zürcher Studierende mit mindestens einem Informatik-Einführungskurs lösten drei Aufgaben mit KI-Tools (Meal-Planning-App nachbauen, Universitätskurs-App erweitern, abstrakte App replizieren) und absolvierten Tests zu Schreibfähigkeit, Informatikkenntnissen und kognitiven Fähigkeiten. Den grössten Einfluss auf den Vibe-Coding-Erfolg hatten die Informatikkenntnisse, gefolgt von der Schreibfähigkeit. Auffällig: Studierende, die häufig Sprachmodelle nutzen, schnitten beim Schreiben und Vibe Coding schlechter ab. Die Studie wurde an der CHI '26 in Barcelona (13.–17. April 2026) als «Computer Science Achievement and Writing Skills Predict Vibe Coding Proficiency» publiziert.
Schweizer SBFI-Studie «Co-Pilot für berufliche Entwicklung»: Chatbot ergänzt — Mensch bleibt unverzichtbar
Das vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation geförderte Forschungsprojekt «Co-Pilot für berufliche Entwicklung» publiziert auf transfer.vet zentrale Befunde aus vier iterativen Testphasen (Juli 2025 bis April 2026) mit über 220 Nutzenden und sechs Branchenverbänden (u. a. JardinSuisse, Treuhand|Suisse). Ein KI-Chatbot mit Perplexity-Search-Architektur bietet einen niederschwelligen Erst-Einstieg in das komplexe Schweizer Weiterbildungsangebot — doch über ein Drittel der Nutzenden bevorzugt für inhaltliche Fragen wie Zulassungsvoraussetzungen, Anrechnung und Finanzierung den menschlichen Beratenden. Triagekriterien leiten komplexe Fälle nach drei Interaktionen automatisch an die persönliche Beratung weiter. Damit der Bot Mehrwert gegenüber generischen Sprachmodellen liefert, muss er mit Branchenwissen, anerkannten Anbietern und geltenden Berufsregulierungen hinterlegt sein.
ZEIT: KI in der Grundschule — eine Lehrerin in Potsdam integriert Chatbots ab der 1. Klasse
Die ZEIT berichtet am 28. April 2026 über eine Grundschule in Potsdam, an der Lehrerin Kristin van der Meer KI-Chatbots systematisch in den Unterricht ab der 1. Klasse integriert. Statt Kindern direkt zu helfen, verweist sie auf die KI als Lernbegleitung — ein Ansatz, der auf Interesse und heftige Skepsis stösst. Die Lehrerin argumentiert: Wenn Grundschulkinder konsequent von KI ferngehalten werden, verschiebt sich die Auseinandersetzung in unregulierte Räume. Der Artikel beleuchtet sowohl die Chancen selbstregulierten Lernens als auch die Risiken für Kinder, die noch keine Medienkompetenz entwickelt haben.
OECD Skills Summit Istanbul: Bildungsministerien aus 30 Ländern beraten über KI-Zeitalter und «Talent Across Generations»
Am 27. und 28. April 2026 trafen sich Bildungs- und Arbeitsminister sowie hohe Beamte aus rund 30 OECD-Mitgliedstaaten in Istanbul zum 6. OECD Skills Summit unter dem Motto «Unlocking Talent Across Generations». Drei Schwerpunkte standen im Zentrum: formale Bildung, die junge Menschen mit tragfähigen Grundlagen für lebenslanges Lernen ausstattet; Up- und Reskilling für Erwerbstätige in längeren Berufsleben; und das Erschliessen ungenutzter Talente — Jugendlicher ohne Ausbildung, Frauen, Migrantinnen und Migranten. Das Format als ministerieller Retreat verband Keynotes, bilaterale Treffen und Site-Visits; das vollständige Programm und die Agenda sind auf der OECD-Events-Plattform dokumentiert (oecd-events.org/e/oecd-skills-summit-2026). Der Summit reiht sich in die OECD-Serie biennaler Treffen ein (Norwegen 2016, Portugal 2018, Slowenien 2020, Kolumbien 2022, Belgien 2024) und liefert die Bildungspolitik-Agenda für die kommenden zwei Jahre.
Harvard FAS gibt Anthropics Claude frei und stellt ChatGPT Edu ab Juli 2026 ein
Die Faculty of Arts and Sciences (FAS) der Harvard University öffnet ihren Studierenden und Mitarbeitenden den Zugang zu Anthropics Claude inklusive Claude Code und stellt im Gegenzug das Programm ChatGPT Edu nach Juni 2026 ein. Christopher W. Stubbs, Senior Advisor für Künstliche Intelligenz, begründet den Schritt mit zwei Faktoren: hohen Lizenzkosten und einer geringer als erwarteten Nutzung von ChatGPT Edu durch Undergraduates. Claude wird kursweise auf Antrag der Lehrenden bereitgestellt und ergänzt das bestehende Angebot mit Google Gemini. Die FAS betont, sich bewusst nicht auf eine einzige Plattform festzulegen und das Angebot laufend neu zu evaluieren.
Bild: t3n / Carnegie Mellon University & University of Oxford
Forschung26. Apr. 2026·Welt
Studie CMU & Oxford: Schon 15 Minuten KI-Chatbot beeinträchtigen das eigenständige Denken
Forschende der Carnegie Mellon University und der University of Oxford haben mit 354 Teilnehmenden untersucht, wie sich kurze Chatbot-Nutzung auf eigenständige Denkleistung auswirkt. Bereits 10 bis 15 Minuten der KI-Interaktion gingen mit messbaren Beeinträchtigungen einher: Wer mit Chatbot-Hilfe anfänglich mehr Aufgaben löste, fiel deutlich unter das Niveau der Kontrollgruppe, sobald das Tool unerwartet entfernt wurde. Entscheidend ist der Interaktionsstil — aktives Hinterfragen statt passives Übernehmen stärkt das Selbstvertrauen, während unkritische Nutzung Abhängigkeit fördert.
Starke Schule beider Basel: Schwedens Rückkehr zum gedruckten Buch — Lehre für Schweizer Volksschulen?
Die Bildungsinitiative «Starke Schule beider Basel» analysiert in einem Beitrag vom 25. April 2026 Schwedens dramatische Kehrtwende in der schulischen Digitalisierung. Schweden, einst Vorreiter mit obligatorischer 1:1-Geräteausstattung ab 2019, investiert nun drei Millionen Kronen in gedruckte Bücher und Bibliotheken. Studien des Karolinska-Instituts hätten negative Effekte hoher Bildschirmzeit auf Lese-, Sprach- und Mathematikleistungen sowie auf die Lehrer-Schüler-Interaktion belegt. Auch Dänemark und Australien überdenken ihren Digitalkurs. Der Beitrag fragt, welche Schlüsse die Schweiz für Volksschule und KI-Einführung daraus ziehen sollte.
Europarat entwickelt «Compass for AI and Education» — normativer Rahmen für KI im Bildungswesen
Der Europarat hat an seiner 3. Arbeitskonferenz zu KI und Bildung (Strassburg, Oktober 2025) ein neues Orientierungsinstrument angekündigt: den «Compass for AI and Education». Das Dokument soll vier Bereiche abdecken — KI-Literacy, Regulierung und Governance, Lehren und Lernen mit KI sowie Evaluation von Bildungstechnologien — und basiert auf den Grundsätzen Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die finale Publikation war für März 2026 geplant; die Verfügbarkeit des vollständigen Dokuments wird beobachtet.
OpenAI bringt Codex-basierte «Workspace Agents» in ChatGPT Edu und Teachers — Credit-Pricing ab 6. Mai 2026
OpenAI hat am 23. April 2026 seine neuen «Workspace Agents» — autonom laufende, Codex-basierte Multi-Step-Agenten — für ChatGPT Business, Enterprise, Edu und Teachers freigeschaltet. Lehrpersonen und Bildungseinrichtungen können Agenten in natürlicher Sprache beschreiben, an freigegebene Tools wie Google Drive, Canva, Microsoft 365 und Slack anbinden und nach Zeitplan oder durch eingehende Anfragen ausführen lassen. Konkrete Schulszenarien laut OpenAI: Eltern-Updates aus Unterrichtsnotizen verfassen, Beratungsfragen sammeln und Lernende an passende Ressourcen weiterleiten, Meeting-Protokolle zu Aktionsplänen verdichten, IT-Support-Anfragen triagieren. Während der Research-Preview-Phase war die Nutzung gratis; ab 6. Mai 2026 startet ein Credit-basiertes Pricing. Verifizierte US-K-12-Lehrpersonen behalten den kostenlosen ChatGPT-for-Teachers-Zugang bis Juni 2028 — wie sich die Agenten-Credits dort verhalten, ist gemäss Bericht noch offen.
OECD-Working-Paper: «Evolving AI capabilities and the school curriculum» — wenn KI Kompetenzen meistert, müssen Lehrpläne reagieren
Die OECD veröffentlichte am 23. April 2026 das 98-seitige Working Paper «Evolving AI capabilities and the school curriculum», das einen konzeptuellen Rahmen für die Frage liefert, wie sich Lehrpläne im Lichte rasch zunehmender KI-Fähigkeiten verändern müssen. Ausgehend von Curriculum-Theorie und historischen Bildungsdebatten skizziert das Papier, wie Curriculum-Entwicklerinnen und Bildungspolitik systematisch über das Verhältnis von KI-Fähigkeiten und Lehrplanzielen nachdenken können. Eine Fallstudie zum Schreiben dient als Illustration, weitere Szenarien spielen durch, was passiert, wenn KI ganze Sets menschlicher Fähigkeiten meistert. Kernfrage: Welches Wissen ist es noch wert, gelehrt zu werden — und welche Kompetenzen werden im Gegenteil wichtiger?
KOF/ETH: «Bildung wird im Zeitalter der KI eher wichtiger, nicht unwichtiger»
In einem Interview vom 22. April 2026 ordnen die KOF-Direktoren Jan-Egbert Sturm und Hans Gersbach (KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich) den Stellenwert von Bildung in der KI-getriebenen Wirtschaft ein. Zentrale Befunde: Produktivitätsgewinne durch KI fallen am stärksten bei gut ausgebildeten Personen aus, soziale und kommunikative Fähigkeiten gewinnen weiter an Bedeutung, und die Bildungspolitik muss begleitende Massnahmen wie Weiterbildung und institutionelle Anpassungen beschleunigen. Gersbach bezeichnet KI als «schnellste disruptive Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, die wir je gesehen haben».
BFS: 47 % der Schweizer Bevölkerung nutzen generative KI — bei beruflicher Nutzung Platz 1 in Europa
Die neue BFS-Aktuell-Publikation «Nutzung generativer KI in der Bevölkerung» (Befragung zur Internetnutzung 2025) zeigt: 47 % der 16- bis 74-Jährigen in der Schweiz haben in den letzten drei Monaten generative KI-Anwendungen genutzt — Rang 3 in Europa hinter Norwegen (56 %) und Dänemark (48 %), klar über dem EU-Durchschnitt (33 %). Bei den 16- bis 24-Jährigen beträgt der Anteil 79 % (EU: 64 %); bei der beruflichen Nutzung durch KI-Anwender:innen führt die Schweiz Europa mit 73 % an. Sichtbar werden ausgeprägte Bildungsgradienten (28 % bei niedriger vs. 51 % bei hoher formaler Bildung) und ein Stadt-Land-Gefälle (52 % urban, 36 % ländlich).
OECD-Report: Generative KI kommt im Unterricht an — aber wirkt nur unter Bedingungen
Die OECD veröffentlicht mit dem «Digital Education Outlook 2026» ein eigenes Dossier zum Einsatz generativer KI in der Bildung. Der Report durchleuchtet drei Szenarien — Lernende als KI-Nutzende, Lehr-/Lernprozesse mit KI-Werkzeugen, und KI als Instrument für Lehrpersonen — und stellt fest: Wirksam wird generative KI nur in didaktisch eingebetteten Settings. Reiner Tool-Zugang reicht nicht. Besonders betont werden Governance, Datenschutz, Lehrerbildung und Equity-Fragen; für Bildungspolitik liefert der Bericht konkrete Handlungsempfehlungen.
Stanford AI Index: Schweiz Platz 1 bei KI-Fachkräften — aber Platz 14 bei Investitionen und Startups
Eine Netzwoche-Analyse des Stanford AI Index 2026 beleuchtet ein wirtschaftspolitisches Paradox: Die Schweiz führt weltweit bei der Dichte von KI-Spezialistinnen und -Spezialisten (110,5 pro 100'000 Einwohner), liegt aber nur auf Platz 14 bei akkumulierten KI-Investitionen (4,73 Mrd. USD seit 2013 — weit hinter UK mit 34,1 Mrd. und Deutschland mit 17,2 Mrd. USD). Bei KI-Startups steht die Schweiz ebenfalls auf Platz 14 (188 Unternehmen seit 2013), während Israel (556) und Singapur (288) deutlich mehr gründen. Beim PhD-Anteil in KI belegt die Schweiz immerhin Rang 3 (43,6%). Markant: Der Gender-Gap stagniert bei 78,5% männlichen KI-Fachkräften — ohne signifikante Verbesserung weltweit seit 2010, mit Ausnahme Saudi-Arabiens.
Prof. Döbeli Honegger: Lokale KI-Modelle im Bildungskontext — Datensouveränität statt Cloud-Abhängigkeit
Beat Döbeli Honegger, einer der profiliertesten Schweizer Bildungstechnologen, dokumentiert auf seinem Blog Experimente mit lokal laufenden generativen Sprachmodellen (Ollama, LM Studio, Open Web UI) auf einem privaten Mac Mini. Hauptmotive: Kostensenkung gegenüber Cloud-Diensten und digitale Souveränität über Daten und Modellwahl. Getestete Modelle: gemma-4b, qwen3.5:9b, mistral-small:24b — lokal beeindruckend in Deutsch, aber qualitativ noch hinter Server-Systemen. Für Schulen und Bildungseinrichtungen ergibt sich eine direkte Frage: Welche Lernendendaten verlassen die Institution, und wie lässt sich dies kontrollieren?
Schweden verbannt Smartphones aus Schulen und kehrt zu Büchern zurück — Kritiker warnen vor KI-Gerechtigkeitslücke
Schwedens konservative Regierung unter Bildungsministerin Lotta Edholm vollzieht eine radikale Kehrtwende: Ab Schuljahr 2026 gilt ein landesweites Smartphone-Verbot im Unterricht; bis 2028 soll ein neuer Lehrplan Bücher und handschriftliches Lernen stärker verankern. Die Regierung beruft sich auf Studien des Karolinska-Instituts, wonach längere Bildschirmzeit mit verminderter Konzentration, Schlafproblemen und schwächeren Leseleistungen zusammenhängt. Forscherinnen wie Linnéa Stenliden (Universität Linköping) warnen jedoch: Die analoge Wende öffnet eine neue Bildungsschere — Kinder aus wohlhabenden Familien lernen KI-Umgang privat, während benachteiligte Schülerinnen und Schüler zurückbleiben.
Ö3-Jugendstudie 2026: 62% der österreichischen Jugend will KI im Lehrplan — 38% wollen Einschränkungen
Die Ö3-Jugendstudie 2026, am 16. April in der Sendung «Frag das ganze Land» (ORF Ö3) vorgestellt, zeigt ein gespaltenes Bild: 62% der befragten österreichischen Jugendlichen sprechen sich für eine gezielte KI-Vermittlung in Schulen aus — sie sehen KI-Kompetenz als unverzichtbare Berufsvorbereitung. 38% hingegen wollen den KI-Einsatz im Unterricht möglichst einschränken, damit Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten eigenständig entwickeln können. Die Generation Z akzeptiert KI pragmatisch als Realität — die Sorge vor Überabhängigkeit ist dennoch weit verbreitet.
Vodafone Stiftung / Uni Tübingen: Policy Paper warnt vor KI-Kompetenzverlusten in Schulen
Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen warnt im Auftrag der Vodafone Stiftung vor zwei zentralen Risiken des aktuellen KI-Einsatzes in Schulen: dem Abbau bereits vorhandener Fähigkeiten durch Auslagerung an KI sowie dem Überspringen grundlegender Kompetenzen, die ohne eigene Anstrengung gar nicht erst aufgebaut werden. Erste empirische Studien zeigen, dass schnelle KI-Antworten zwar kurzfristig die Leistung verbessern, langfristig aber mit flacherem Verständnis, geringerer Erinnerungsleistung und reduzierter kognitiver Aktivierung einhergehen. Das Policy Paper fordert KI-Literalität für Lernende, didaktische Kompetenzen für Lehrkräfte und klare institutionelle Rahmenbedingungen.
BFH-Blog «Klimakiller KI»: Nachhaltige KI-Beschaffung als Verantwortung für Bildungseinrichtungen
Ein Blogbeitrag der Berner Fachhochschule (BFH) rückt den Ressourcenverbrauch von KI ins Zentrum: Schweizer Rechenzentren konsumieren bereits 7% des nationalen Stroms (Irland: über 20%). Grosse Sprachmodelle wie ChatGPT verbrauchen ein Vielfaches spezialisierter KI-Anwendungen. Für die öffentliche Hand — und damit für Schulen und Hochschulen — empfehlen die Autorinnen: frühe Bedarfsanalyse statt Schnellbeschaffung, Transparenzanforderungen an Anbieter (erneuerbare Energie, Rechenzentrumseffizienz), gemeinsame Ausschreibungen kleiner Einheiten und die Grundsatzfrage: Braucht es für diese Funktion überhaupt KI?
Frankfurter Rundschau: Philosophieprofessor Stederoth — LLMs untergraben das Selbstdenken im Studium
In einem Gastbeitrag argumentiert Dirk Stederoth (apl. Professor für Philosophie, Universität Kassel), dass ChatGPT und andere LLMs das Kernprinzip des Philosophiestudiums — das Selbstdenken in der Tradition von Hegel und Kant — systematisch aushöhlen. Selbst bei einem Geräte-Verbot in Seminaren bleibe die schriftliche Eigenarbeit (Essays, Hausarbeiten) als zentrale Übung im Selbstdenken bedroht: LLM-Antworten sind pro Prompt einzigartig und damit nicht als Plagiat greifbar, die Indizien für KI-Einsatz werden mit jeder Modellgeneration dünner. Zwei aktuelle Urteile des Verwaltungsgerichts Kassel laden die Beweislast allein bei den Prüfenden ab und beschädigen das Vertrauensverhältnis Lehrende–Studierende. Stederoth fordert statt prüfungsrechtlicher Flickschusterei eine grundlegende Hochschulreform mit deutlich engeren Betreuungsschlüsseln — entgegen aktuellen Sparmassnahmen etwa in Hessen.
UNESCO Courier «Künstliche Intelligenz: Müssen wir noch denken?» — internationale Debatte zu KI und intellektueller Autonomie
Der UNESCO Courier veröffentlichte am 14. April 2026 die Ausgabe «Artificial intelligence: Do we still need to think?», die Versprechen, Grenzen und Herausforderungen generativer KI für Bildung, Sprache, Kreativität und Erziehung untersucht. Die Ausgabe versammelt Stimmen aus fünf Ländern: «Sweden: the unmet promises of the digital classroom» beleuchtet Schwedens Rückzug aus der Bildschirm-Schule, «AI goes to school in the United Arab Emirates» dokumentiert die staatliche KI-Schuloffensive der Emirate, «Argentine teachers divided over AI» zeigt die argentinische Lehrerschaft als gespaltenes Lager, ein Beitrag aus dem ländlichen China beschreibt KI als Inspirationsquelle. Der Eröffnungsessay «Learning to think in the AI era» fragt grundsätzlich, ob KI eine Bedrohung für die intellektuelle Autonomie ist oder eine Chance, der Menschheit besser zu dienen.
PH Zürich: Angehende Lehrkräfte trainieren heikle Elterngespräche mit KI-Avataren
Studierende der Sekundarstufe an der PH Zürich üben eskalationsgefährdete Elterngespräche — etwa bei Noten, Schulangst oder Mobbing — mit KI-Avataren des Immerse Project. Die Simulation erlaubt Wiederholung im geschützten Rahmen; Studierende und Dozierende bleiben kritisch: «KI kann ein richtig realistisches Gespräch mit Eltern auf keinen Fall ersetzen.» Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase, der Lehrerverband sieht jedoch Potenzial.
Baden-Württemberg: Zwei staatliche KI-Lösungen für alle Schulen — «Informatik und Medienbildung» wird Pflichtfach
Baden-Württemberg stellt allen Schulen zwei staatliche KI-Applikationen bereit: «F13» läuft auf eigener Landesinfrastruktur und erfüllt DSGVO-Anforderungen; «telli» erlaubt Lehrkräften, individuelle KI-Assistenten und interaktive Lernszenarien zu konfigurieren. Gleichzeitig wird «Informatik und Medienbildung» ab dem Schuljahr 2025/26 Pflichtfach in den Klassen 5–10/11. Das KI-Zentrum Schule in Heilbronn bietet über 240 Fortbildungsangebote an — ein Modell, das auch für Schweizer Kantone als Orientierung dienen kann.
Stanford AI Index 2026: Schweiz weltweit Nr. 1 bei KI-Fachkräften — aber nur 6% der Lehrkräfte kennen klare KI-Regeln
Der Stanford AI Index 2026 (13. April 2026) enthüllt für die Schweiz eine bemerkenswerte Spannung: Mit 110,5 KI-Forschenden pro 100'000 Einwohner belegt sie Platz 1 weltweit — knapp vor Singapur (109,5) und weit vor Deutschland (58,1). Gleichzeitig offenbart der Report eine globale Bildungslücke: Über 80% der Studierenden nutzen KI für schulische Aufgaben, doch nur 6% der Lehrkräfte bezeichnen bestehende KI-Policies als klar verständlich, und bloss 48% der Schulen haben überhaupt formelle KI-Regelwerke. Als Kontrast: China und die Vereinigten Arabischen Emirate haben KI-Bildung bereits für das Schuljahr 2025/26 zur nationalen Pflicht erklärt.
EdTech Hub Trendreport: Unkontrollierte KI-Nutzung, wachsende Ungleichheit und Bildungsziele in Tech-Händen
Der Trendreport «Learners in the Age of AI» (EdTech Hub, April 2026) identifiziert drei strukturelle Risiken: Schülerinnen und Schüler nutzen KI flächendeckend ohne Wissen der Eltern; KI-Personalisierung vertieft die Schere — wohlhabende Lernende bekommen KI plus Lehrperson, benachteiligte nur KI; der dominante «Skills-Gap»-Diskurs droht Bildungsziele in die Hände von Technologiekonzernen zu legen. Der Report plädiert für eine bewusste Reflexion über den Zweck von Bildung, bevor Systeme für eine ungewisse KI-Zukunft optimiert werden.
Welt-Debatte: KI nimmt uns das eigenständige Denken ab — Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft
Die Rechtswissenschaftlerin Frauke Rostalski und Erik Weiss warnen in der Welt: Generative KI greift nicht nur Prüfungsgerechtigkeit an, sondern die Fähigkeit zu kritischem Denken insgesamt. Wer mit einem Prompt ganze Seminararbeiten generiert, verliert die Mündigkeit, die eine liberale Gesellschaft braucht. Sie verweisen auf den AI Safety Report 2026 und fordern, KI-Nutzung in Bildung nicht nur zu regulieren, sondern die kognitive Eigenleistung aktiv zu schützen.
Bild: EDK – Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
Bildungspolitik8. Apr. 2026·CH
EDK löst Digitalisierungsstrategie 2018 auf — Ziele wandern ins Tätigkeitsprogramm
Die EDK-Plenarversammlung hat am 26. März 2026 beschlossen, die Digitalisierungsstrategie aus dem Jahr 2018 nicht weiterzuführen. Stattdessen werden digitalpolitische Zielsetzungen künftig direkt im Tätigkeitsprogramm der EDK festgelegt. Die EDK begründet die Umstellung damit, «dynamischer und flexibler auf neue Entwicklungen reagieren» zu können — ein klarer Verweis auf das Tempo, in dem KI- und Digitalisierungsfragen entstehen. Flaggschiffprojekt bleibt Edulog, das interkantonale Login-System für Lernende und Lehrpersonen.
EDK – Schweizerische Konferenz der kantonalen ErziehungsdirektorenZum Originalartikel →
Bild: heise online / Deutscher Lehrerverband
Kritik & Risiken8. Apr. 2026·EU
Deutscher Lehrerverband: KI bedroht die Hausaufgaben — Handschrift als Schutz vor Täuschung
DL-Präsident Stefan Düll warnt: «Die Gefahr besteht, dass wir Hausaufgaben so nicht mehr machen lassen können.» Alles, was ausserhalb des Klassenzimmers entstehe, könnte von KI erledigt worden sein — für Lehrkräfte kaum kontrollierbar. Als Gegenmassnahme fordert der Verband bei Hausaufgaben und Prüfungen in unteren Klassen die Handschrift. Gleichzeitig mahnt Düll, den Kompetenzwandel zwischen den Generationen nicht pauschal zu verurteilen.
eBildungslabor: «Community-Kontext-Datei» — KI-Nutzung als Gruppe statt als Individuum
Nele Hirsch vom eBildungslabor schlägt mit der «Community-Kontext-Datei» ein didaktisches Konzept vor, das individuell-isolierte KI-Nutzung in Schulen und Hochschulen überwindet. Lerngruppen dokumentieren in einer gemeinsamen Datei (z. B. via Etherpad) ihren aktuellen Wissensstand, Diskussionsergebnisse und offene Fragen — und übergeben diese als gemeinsamen Kontext an ein Sprachmodell. So kann KI etwa Übereinstimmungen identifizieren oder fehlende Perspektiven aufzeigen, statt 30 Lernende parallel mit identischen Standardantworten zu versorgen. Eine Vorlage steht unter ebildungslabor.github.io/community-kontext.datei/ frei zur Verfügung.
EU AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte gilt ab August 2026
Ab dem 2. August 2026 greift die Transparenzpflicht des EU AI Acts (Art. 50 KI-VO): KI-generierte Texte, Bilder, Videos und Audioinhalte müssen als solche gekennzeichnet werden. Nutzer müssen erkennen können, wenn sie mit einem KI-System kommunizieren. Deepfakes sind in jedem Fall zu markieren. Für KMU gelten erleichterte Dokumentationspflichten. Für Schweizer Bildungsinstitutionen, die EU-konforme Tools einsetzen, wird dies relevant.
Schweizer DigiTraS-II-Studie: «Mehr leisten, aber weniger lernen» — generative KI an fünf Berufsfachschulen
In der Studie «Herausforderungen bei der Integration generativer Künstlicher Intelligenz in die Berufsbildung» (transfer.vet, 02.04.2026) präsentieren Tessa Consoli, Dominik Petko, Philipp Gonon und Alberto Cattaneo (Universität Zürich und Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB) Befunde aus dem DigiTraS-II-Projekt: Bei 1'279 Lernenden im zweitletzten Lehrjahr aus fünf Deutschschweizer Berufsfachschulen korreliert häufige GenAI-Nutzung im Unterricht zwar subjektiv mit besserem Lernen — gleichzeitig aber mit reduzierter kognitiver Anstrengung durch Mogeln. Männliche Lernende zeigen signifikant höhere KI-Selbstwirksamkeit als weibliche; der digitale Gender-Gap reproduziert sich. Kritisch-reflexive Lehrformen fördern verantwortliches KI-Handeln am stärksten. Empfohlen werden partizipative Regelwerke und didaktische Strategien, die Lernen statt Aufwandsreduktion fördern.
NZZ-Gastkommentar: Mündigkeit statt Kompetenz — was Bildung im KI-Zeitalter leisten muss
Der Philosoph Jörg Noller argumentiert in der NZZ, dass die gängige Debatte um «AI literacy» zu kurz greift. Generative KI sei kein neutrales Werkzeug wie ein Taschenrechner — sie greife direkt in Prozesse des Denkens, Urteilens und Entscheidens ein. Statt nur KI-Kompetenzen zu vermitteln, müsse Bildung die Frage stellen, wer im Prozess des Urteilens die Autorität behält. Sein Vorschlag: Mündigkeit als Bildungsziel wiederentdecken.
Comparis-Studie: 76% der Schweizer Bevölkerung nutzen KI — aber grosse Skepsis bei persönlichen Daten
Laut einer repräsentativen Comparis-Umfrage unter 1'035 Personen nutzen 2026 bereits 76% der erwachsenen Schweizer Bevölkerung KI-Tools im Alltag (2025: 62,4%). Bei 18–35-Jährigen liegt die Rate bei 90,1%. Gleichzeitig zeigt sich grosse Skepsis: 55,5% würden einem Chatbot niemals psychische Probleme anvertrauen, über die Hälfte lehnt die Weitergabe persönlicher Gesundheitsdaten ab. Die Westschweiz nutzt KI stärker als die Deutschschweiz.
Thüringen: Datenschutzkonforme KI «telli» steht ab sofort allen Schulen zur Verfügung
Thüringen hat den KI-Chatbot «telli» über das Landesschulportal für alle Lehrkräfte und Schüler:innen freigeschaltet. Die im Rahmen des DigitalPakt Schule entwickelte Anwendung läuft pseudonymisiert auf EU-Servern — Nutzungsdaten werden weder an Dritte weitergegeben noch für KI-Training verwendet. Lehrkräfte können individuelle KI-Assistenten konfigurieren und per QR-Code mit Schüler:innen teilen. Ein Modell, das auch für Schweizer Kantone als Vorbild dienen könnte.
Seit dem 1. April 2026 läuft «KiKoN» (KI-Kompetenzen für die Naturwissenschaften), ein von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördertes Zertifikatsprogramm mit rund 400'000 Euro. Beteiligt sind die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG), die Universität Konstanz und die PH Freiburg. Angehende MINT-Lehrkräfte erlernen KI-Grundlagen — Machine Learning, Large Language Models, Lernanalysen — sowie den didaktisch sinnvollen Einsatz generativer KI im Unterricht. Langfristig soll KiKoN als Best-Practice-Modell auf weitere Hochschulen ausgeweitet werden.
Österreichs Bildungsminister Wiederkehr: «Zuerst ohne KI, dann über KI, dann mit KI lernen»
Im AI-Talk-Podcast erläutert Bildungsminister Christoph Wiederkehr seine pädagogische Leitlinie für den Umgang mit KI an Schulen: In Stufe 1 werden Kernkompetenzen ohne KI aufgebaut; in Stufe 2 lernen Schülerinnen und Schüler, kritisch über KI zu reflektieren; erst in Stufe 3 setzen sie KI gezielt als Werkzeug ein. Klassische Wissensvermittlung per Hausaufgabe werde obsolet, mündliche Prüfungen und eigenständiges Denken rückten ins Zentrum — dies im Rahmen der laufenden Lehrplanreform, die KI als Pflichtfach einführt.
Bild: EHB – Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung
Praxis31. März 2026·CH
EHB veröffentlicht VR-Leitlinien für die Berufsbildung — 360°-Videos als Open Educational Resources
Die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB) hat unter Leitung von Dr. Francesca Amenduni Leitlinien für die didaktisch fundierte Produktion immersiver 360°-Videos in der Berufsbildung publiziert. Aus neun Praxisbeispielen wurden 15 typische Entwicklungsphasen entlang des ADDIE-Modells identifiziert. Alle Materialien sind kostenfrei als Open Educational Resources im Moodle-Kurs «Learning and teaching with 360° videos in vocational and professional education and training» abrufbar; ergänzend erscheint das Peer-reviewed-Buch «Immersive Learning» (2026) sowie YouTube-Videos in vier Sprachen.
Berlin: Neues Schulgesetz regelt erstmals KI-Einsatz und digitale Klassenbücher
Berlins Bildungssenatorin Günther-Wünsch hat eine Novelle des Schulgesetzes vorgelegt, die erstmals den Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Schulen rechtlich regelt. Neben KI umfasst das Gesetz auch digitale Klassenbücher, Zeugnisse und Schülerausweise sowie verpflichtende Vergleichstests von Klasse 1 bis 10 für eine datengestützte Schulentwicklung.
US-Lehrergewerkschaft: Scharfe Kritik an Melania Trumps Vision von Roboter-Lehrern
Am Bildungsgipfel im Weissen Haus präsentierte First Lady Melania Trump den humanoiden Roboter «Figure 03» als Zukunft personalisierter Bildung. Die Gewerkschaftspräsidentin Randi Weingarten (AFT) widersprach scharf: «Das ist der Albtraum aller Eltern.» KI könne ein Werkzeug sein, aber niemals die menschliche Beziehung im Klassenzimmer ersetzen. Selbst konservative Elterngruppen wie Moms for Liberty warnen inzwischen vor zu viel Technik in Schulen.
Bild: Education and Information Technologies / Springer
Forschung28. März 2026·EU
Springer-Studie (788 Studierende): Ethische KI-Bedenken bekannt — aber Effizienz siegt
Eine peer-reviewed Studie mit 788 Studierenden aus Europa und Australien (Springer, März 2026) zeigt ein Muster der Risikonormalisierung: Datenschutz-, Bias- und Überabhängigkeitsbedenken sind weit verbreitet, halten aber die meisten nicht von der KI-Nutzung ab — akademischer Produktivitätsgewinn überwiegt in der Wahrnehmung. Die Autoren fordern multidimensionale AI-Literacy-Programme, die technische, ethische und kritische Kompetenzen verbinden.
Wenn der KI-Vorwurf das Studium beendet: Erstes deutsches Gericht entzieht Prüfungsrecht wegen KI-Verdacht
Ein Informatikstudent verliert durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel sein gesamtes Prüfungsrecht — die Bachelorarbeit wurde wegen vermuteter KI-Nutzung als Täuschung gewertet. Rund sechs ähnliche Fälle gibt es bisher, alle zuungunsten der Prüflinge. Experten kritisieren das Fehlen bundeseinheitlicher Regelungen: Was als erlaubte KI-Nutzung gilt, variiert massiv zwischen Professorinnen und Institutionen — KI-Erkennungssoftware ist dazu unzuverlässig und dient nur als Anfangsverdacht.
Österreich beschliesst Social-Media-Verbot bis 14 und KI-Kompetenz im Lehrplan
Die österreichische Bundesregierung hat sich auf ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geeinigt. Gleichzeitig wird die AHS-Oberstufe ab 2027/28 reformiert: Mehr Unterricht zu Medienkompetenz, Demokratie und KI-Umgang — dafür weniger Latein. Vizekanzler Babler betont die Schutzfunktion, Bildungsminister Wiederkehr die Notwendigkeit bewusster Mediennutzung. Ein Gesetzesentwurf zur Altersverifikation soll bis Ende Juni vorliegen.
Kanton Schwyz: SVP-Kantonsrat fordert mit Interpellation Antworten zum KI-Einsatz an Schulen
SVP-Kantonsrat Ueli Kistler hat zusammen mit drei weiteren Ratsmitgliedern eine Interpellation zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Schwyzer Schulen eingereicht. Sie wollen vom Regierungsrat wissen, wie KI aktuell genutzt wird und welche Strategie es gibt. Der Vorstoss reiht sich in eine wachsende Zahl kantonaler Anfragen ein — nach St. Gallen stellt nun auch Schwyz Grundsatzfragen.
Zurück zu Sokrates: US-Universitäten setzen auf mündliche Prüfungen gegen KI-Betrug
Immer mehr US-Hochschulen wie Cornell, Penn und NYU führen mündliche Prüfungen ein, weil schriftliche Arbeiten zunehmend KI-generiert sind. «Perfekte Hausaufgaben, leere Blicke» — so beschreiben Dozierende das Problem: Studierende können ihre eigenen Arbeiten nicht mehr erklären. Die Rückkehr zur ältesten Prüfungsform der Welt zeigt, wie tiefgreifend KI das Hochschulwesen verändert.
SRF-Recherche: Braucht die Schweiz nationale KI-Regeln für Schulen?
Eine SRF-Umfrage bei Kantonen zeigt ein uneinheitliches Bild beim Umgang mit KI an Schulen — von detaillierten Richtlinien bis zu fast keiner Auseinandersetzung. Der Präsident der Schweizer Schulleitungen fordert ein nationales Framework. Die St. Galler Bildungsdirektorin Surber unterstützt eine interkantonale Koordination, während der Aargau auf kantonale Eigenständigkeit pocht. Der Bildungsbericht zeigt: Nur noch 1–2% der 15-Jährigen schneiden in PISA-Tests besser ab als ChatGPT.
Telepolis-Analyse: KI im Studium reduziert Synapsenbildung — Copy-and-Paste-Mentalität grassiert
Eine Telepolis-Analyse fasst die wachsende Kritik an KI-Nutzung im Hochschulbereich zusammen. Generationenforscher Hartwin Maas warnt: Die massive Nutzung von ChatGPT reduziere die Synapsenbildung im Gehirn. Soziologie-Studierende lesen keine Bücher mehr, sondern laden nur noch Texte hoch. Eine CHE-Studie zeigt: Der Anteil Studierender, die noch nie KI genutzt haben, liegt im einstelligen Prozentbereich. Die Kluft zwischen KI-Nutzung und KI-Verständnis wächst.
Kanton St. Gallen: Interpellation fordert KI-Strategie für das gesamte Bildungswesen
Drei Kantonsrät:innen haben eine Interpellation eingereicht, die eine klare KI-Strategie für St. Galler Schulen verlangt — von der Volksschule bis zur Hochschule. Im Zentrum stehen sechs Fragen: ab welcher Stufe KI-Kompetenzen vermittelt werden sollen, wie Abschlussarbeiten trotz KI individuelle Leistung sicherstellen, und ob Schutzmechanismen gegen Missbrauch (z.B. KI-generierte Fake-Bilder) geplant sind. Andere Kantone wie Zürich und Basel-Landschaft haben bereits Leitlinien.
Philologenverband warnt: KI-gestützte Korrekturen in Schulen bergen erhebliche Risiken
Die FDP in NRW will KI-gestützte Korrekturen von Klassenarbeiten im Regelfall einführen — der Philologenverband widerspricht scharf. Landesvorsitzende Sabine Mistler betont: «Die abschliessende Bewertung und Notenvergabe müssen uneingeschränkt in der Hand der Lehrkraft bleiben.» Während die FDP KI als Entlastung sieht, warnt der Verband vor einer Automatisierung, die fachliche und pädagogische Standards gefährdet.
New York City: KI-Playbook für 1'600 Schulen — Notenvergabe per KI verboten
Das grösste Schulsystem der USA hat sein erstes offizielles KI-Regelwerk veröffentlicht. Das «Ampel-Modell» erlaubt Lehrkräften KI für Unterrichtsplanung und Brainstorming (grün), beschränkt Recherche (gelb) und verbietet Notenvergabe und Disziplinarmassnahmen durch KI (rot). Chancellor Samuels betont: «Wir brauchen starke Leitplanken und Datenschutz.» Ein Modell, das auch für Schweizer Kantone interessant sein dürfte.
Bildungsbericht Schweiz 2026: Generative KI als «Zäsur» für das Bildungssystem
Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat am 23. März 2026 den fünften nationalen Bildungsbericht im Auftrag von Bund und Kantonen vorgelegt – auf rund 400 Seiten eine umfassende Standortbestimmung von der obligatorischen Schule bis zur Weiterbildung. Der Bericht behandelt generative KI als zentrale Zäsur und dokumentiert, wie schnell die Modelle aufholen: Während durchschnittliche 15-Jährige rund 50–60 Prozent der PISA-Aufgaben lösen, erreicht ChatGPT inzwischen rund 90 Prozent in Lesen und Naturwissenschaften und etwa 60 Prozent in Mathematik. Als zentrale Antwort auf Digitalisierung, KI und Automatisierung verortet der Bericht die Weiterbildung.
Bildungsbericht Schweiz 2026: SKBF positioniert generative KI als «Zäsur» für Lernen und Leistungsmessung
Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat am 23. März 2026 unter der Leitung des Berner Bildungsökonomen Stefan C. Wolter die fünfte Ausgabe des Bildungsberichts Schweiz im Auftrag von SBFI und EDK publiziert. Auf rund 400 Seiten bündelt der Bericht das aktuelle Wissen zum Schweizer Bildungssystem von der obligatorischen Schule bis zur Erwachsenenbildung und behandelt erstmals systematisch die Auswirkungen generativer KI. Zentrale Befunde mit KI-Bezug: An Gymnasien gehören Tools wie ChatGPT bereits zum Alltag, in der beruflichen Grundbildung deutlich weniger; rund 90% der Sek-I-Schüler:innen nutzen generative KI. Der Bericht dokumentiert Tests, in denen Modellgenerationen seit dem ChatGPT-Release mit PISA-Aufgaben konfrontiert wurden — die Leistungsfähigkeit steigt rapide und Systeme lösen Aufgaben, die bisher als Kompetenz-Marker galten. Daraus folgert das Werk systemische Konsequenzen für Leistungsmessung, Lehrpläne und Berufsbildung und positioniert KI als zentrale «Zäsur», auf die das schweizerische Bildungssystem koordiniert reagieren muss.
Bildungsbericht Schweiz 2026: «KI bleibt ein stumpfes Werkzeug in den Händen mittelmässiger Anwender»
Der fünfte Bildungsbericht Schweiz wurde am 23. März von SKBF, Bundespräsident Parmelin und EDK-Präsident Darbellay vorgestellt. Auf 400 Seiten zeigt er: Das Bildungsziel von 95% Sek-II-Abschlüssen wird mit 90,1% verfehlt. Bildungsforscher Stefan Wolter betont, dass KI fachliche Kompetenzen nicht ersetzt, sondern noch wichtiger macht. Gleichzeitig steht das System unter Spar- und Digitalisierungsdruck.
Forsa-Studie: 88% der Lehrkräfte haben kaum KI-Kenntnisse — 78% sehen keine Zeit für Weiterbildung
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Telekom-Stiftung unter 1'000 Lehrkräften in Deutschland zeigt: 88% geben an, nur wenige oder gar keine Kenntnisse im Umgang mit KI-Regelungen zu haben. 78% halten es für ausgeschlossen, sich neben ihren regulären Aufgaben mit KI-Anwendungen zu beschäftigen. Gleichzeitig nutzen Schüler:innen KI längst routinemässig für Hausaufgaben. Die GEW spricht von einer «allein gelassenen Lehrerschaft».
Phänomena 2026: Wissenschaftsausstellung in Dietikon macht KI und Robotik erlebbar
Nach 42 Jahren ist die legendäre Wissenschaftsausstellung Phänomena als Wanderausstellung zurück — mit Fokus auf KI und Robotik. In Dietikon können Besucher:innen ab 8 Jahren auf 2'000 m² interaktiv erleben, wie KI funktioniert: vom digitalen Zwilling bis zu seilspringenden Robotern. Die Ausstellung verbindet das Motto «Lernen durch Erleben» mit aktuellen Technologiethemen und richtet sich gezielt auch an Schulklassen.
Europarat: CDEDU verabschiedet Empfehlung zu KI-Kompetenz — dreidimensionaler Rahmen für alle 46 Mitgliedstaaten, Schweiz eingeschlossen
Der Bildungslenkungsausschuss des Europarats (CDEDU) hat an seiner 9. Plenarsitzung vom 18.–20. März 2026 in Strassburg eine Empfehlung zu KI-Kompetenz («Recommendation on AI Literacy») verabschiedet und zur Annahme durch das Ministerkomitee im Juni 2026 eingereicht. Das Dokument führt ein dreidimensionales KI-Kompetenzmodell ein: die menschliche Dimension (Ethik, demokratische Teilhabe, Grundrechte, kognitive und kulturelle Auswirkungen von KI), die technologische Dimension (kritisches Verstehen von KI-Systemen) und die praktische Dimension (kompetenter, verantwortungsvoller KI-Einsatz). Zentral ist das Primat der menschlichen Dimension. Die Empfehlung gilt für alle 46 Mitgliedstaaten und soll in nationale Bildungs-, Berufsbildungs- und Weiterbildungssysteme sowie Lehrpläne integriert werden.
ZHAW-Projekt: KI-Kompetenz beim Deutschlernen — kritische Medienkompetenz für Migrant:innen
Ein Praxisprojekt der ZHAW in Kooperation mit dem SAH Schaffhausen vermittelt schulungewohnten Migrant:innen (16–25 Jahre) in Juma-Kursen den kritisch-reflektierten Umgang mit KI-Tools beim Sprachenlernen. Statt nur Tools vorzustellen, werden Funktionsweise und Grenzen von KI thematisiert. Das Projekt zeigt einen praxisnahen Ansatz für digitale Teilhabe im Integrationsbereich.
Bajour-Debatte: Nehmen Basler Schulen den Umgang mit KI genug ernst?
Ein Bajour-Beitrag aus Basel löst eine breite Debatte aus: Lehrpersonen, Eltern und IT-Fachleute kritisieren, dass KI-Kompetenz nicht im Lehrplan 21 verankert ist — während Schüler:innen auf ihren Schultablets freien Zugang zu Copilot haben. ICT-Lehrpersonen beklagen fehlende Mittel für KI-Infrastruktur. Die zentrale Forderung: Medienkompetenz muss die Grundlage für jede KI-Nutzung sein.
EU-Rat einigt sich auf Position: Hochrisiko-KI-Regeln für Bildung könnten um 16 Monate verschoben werden
Am 13. März 2026 hat der EU-Rat seine Verhandlungsposition zum «Omnibus VII»-Paket beschlossen: Die Anwendung der Hochrisiko-Regeln des AI Acts — auch für KI-Systeme im Bildungsbereich — könnte um bis zu 16 Monate nach hinten verschoben werden. Gleichzeitig sollen KMU-Erleichterungen ausgeweitet und die Befugnisse des AI Office gestärkt werden. Der Trilog mit Parlament und Kommission beginnt in Kürze.
Am Gymnasium Allee in Hamburg-Altona entwickelt ein Lehrer KI-Chatbots, die nicht Antworten liefern, sondern Schüler:innen zum eigenständigen Denken anleiten. Der Chatbot «Marie Curie» antwortet auf Hausaufgaben-Prompts: «Ich helfe dir — aber ich mache sie nicht für dich.» Die Schule unterscheidet fünf Modi des Lernens mit KI und baut ein durchgängiges Curriculum von Jahrgang 5 bis 12 auf.
Pro Juventute-Studie: Jeder 10. Jugendliche sucht bei Sorgen Hilfe bei ChatGPT
Die neue Jugendstudie von Pro Juventute zeigt: 10% der Schweizer Jugendlichen wenden sich bei psychischen Sorgen an KI wie ChatGPT — ähnlich viele wie an die Notrufnummer 147. Pro Juventute-Direktorin Nicole Platel warnt: «Eine KI kann Empathie nur simulieren. Es besteht die Gefahr, dass man in einer Endlosschleife hängen bleibt.» Besonders junge Frauen sind stärker belastet.
Stadt Zürich lanciert «ZüriA»: Datenschutzkonforme KI-Assistenz auf Open-Source-Basis
Die Stadt Zürich hat mit «ZüriA» eine eigene KI-Assistenz für ihre Mitarbeitenden lanciert. Die Lösung basiert auf Open-Source-Sprachmodellen und verarbeitet alle Daten ausschliesslich innerhalb der städtischen Rechenzentren — auch vertrauliche und streng vertrauliche Informationen. Die KI unterstützt bei Textarbeit, Übersetzungen und Zusammenfassungen. Ein Modell, das auch für Bildungsinstitutionen wegweisend sein könnte.
LockBit-Angriff: Zeugnisse und Gesundheitsdaten von 40+ Schulen im Darknet
LockBit-Kriminelle haben über 2 Terabyte Daten von mehr als 40 Schulen in Rheinland-Pfalz im Darknet veröffentlicht — darunter Zeugnisse, Fehlzeiten und Gesundheitsdaten. Ein Schüler hatte zuvor auf Sicherheitslücken hingewiesen, seine Warnungen wurden ignoriert. Der Fall zeigt die eklatanten Defizite bei der IT-Sicherheit im Schulbereich und wirft Fragen zum Datenschutz auf, die auch für Schweizer Schulen relevant sind.
Bild: Ministero dell'Innovazione / Italienisches Parlament
Bildungspolitik17. Sept. 2025·EU
Italien: Senat verabschiedet als erstes EU-Land ein umfassendes nationales KI-Gesetz
Am 17. September 2025 verabschiedete der italienische Senat die Legge 132/2025 — das erste umfassende nationale KI-Gesetz innerhalb der EU. Es ergänzt den EU AI Act um Sektorregeln zu Gesundheit, Arbeit, Verwaltung, Justiz, Bildung und Sport, benennt die Agenzia per l'Italia Digitale (AgID) und die Agenzia per la Cybersicurezza Nazionale (ACN) als Aufsichtsbehörden und stellt unrechtmässige Deepfakes unter Strafe (ein bis fünf Jahre Haft). In Kraft seit 10. Oktober 2025.
Griechenland unterzeichnet MoU mit OpenAI: ChatGPT Edu für Sekundarschulen
Anfang September 2025 unterzeichnete die griechische Regierung unter Premier Mitsotakis das Memorandum of Understanding «OpenAI for Greece». Ab Dezember 2025 startet ein Pilot an 20 Gymnasien (14 Modellschulen plus 6 Onassis-Schulen) mit Lehrpersonen; Schüler:innen folgen im März 2026. Die Onassis-Stiftung koordiniert die Umsetzung, DPIA-konform und ohne kommerzielle Datennutzung durch OpenAI.
Apertus: Vollständig offenes Schweizer Sprachmodell von ETH, EPFL und CSCS
Am 2. September 2025 veröffentlichten ETH Zürich, EPFL und das Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) «Apertus» — das erste grosse, vollständig offene mehrsprachige Sprachmodell der Schweiz. Das Modell ist in zwei Grössen (8B und 70B Parameter) frei verfügbar, wurde auf 15 Billionen Tokens in über 1'000 Sprachen trainiert und erfüllt Schweizer Datenschutz-, Urheberrechts- sowie EU-AI-Act-Transparenzanforderungen. Bezogen werden kann es via Swisscom oder Hugging Face.
USA: Lehrergewerkschaft AFT startet mit Microsoft, OpenAI und Anthropic die National Academy for AI Instruction
Am 8. Juli 2025 kündigte die American Federation of Teachers (AFT) mit Microsoft, OpenAI und Anthropic die Gründung einer nationalen KI-Weiterbildungs-Akademie für rund 1,8 Mio. Lehrkräfte an. Budget: 23 Mio. USD über fünf Jahre (Microsoft 12,5 Mio., OpenAI 10 Mio., Anthropic 0,5 Mio.). Der Betrieb startet in einer Manhattan-Einrichtung mit NYC-Lehrpersonen im Herbst 2025 und expandiert national.
Microsoft investiert USD 400 Mio. in Schweizer Cloud- und KI-Infrastruktur
Microsoft kündigte am 2. Juni 2025 eine Investition von 400 Mio. US-Dollar in den Ausbau seiner vier Schweizer Rechenzentren an — inklusive fortgeschrittener KI-Infrastruktur und GPU-Kapazität. Über 50'000 Kund:innen in regulierten Sektoren (Finanzen, Verwaltung, Gesundheit) sollen profitieren; alle Daten bleiben in der Schweiz. Parallel werden Skills-Programme und Startup-Förderung ausgebaut.
OECD und EU-Kommission veröffentlichen KI-Kompetenzrahmen für Schulen (Entwurf)
Am 22. Mai 2025 publizierten OECD und Europäische Kommission den Review-Draft des «AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education». Der Rahmen definiert 22 Kompetenzen entlang vier Domänen (Engage, Create, Manage, Design) und soll als Grundlage für die PISA-2029-Erhebung zu Medien- und KI-Kompetenzen dienen. Die finale Fassung folgt 2026 nach öffentlichen Konsultationen.
Bundesrat Rösti unterzeichnet in Strassburg die Europarats-KI-Konvention
Am 27. März 2025 unterzeichnete Bundesrat Albert Rösti in Strassburg die Europarats-Konvention zu Künstlicher Intelligenz, Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Namen der Schweiz. Die Konvention setzt verbindliche Standards für Transparenz und Nichtdiskriminierung beim staatlichen Einsatz von KI. Die gesetzliche Umsetzung folgt — die Vernehmlassungsvorlage wird bis Ende 2026 erwartet.
Estland: AI Leap 2025 — ChatGPT Edu für alle Sekundarschulen
Estland wird die erste Nation, die ChatGPT Edu flächendeckend in ihr Sekundarschulsystem integriert. Ab September 2025 erhalten 20'000 Schüler:innen in den Klassen 10 und 11 plus 3'000 Lehrpersonen kostenfreien Zugang; ab 2026 kommen weitere 38'000 Schüler:innen und 2'000 Lehrpersonen dazu. Das von OpenAI und Anthropic unterstützte Programm «AI Leap 2025» zielt darauf, Lehrpersonen zu entlasten und Schüler:innen in kritischem Denken zu fördern.
Bundesrat beschliesst Ratifikation der Europarats-Konvention zu KI
Am 12. Februar 2025 entschied sich der Bundesrat, die Konvention des Europarats zu Künstlicher Intelligenz, Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu ratifizieren und das Schweizer Recht sektoriell anzupassen. Die KI-Regulierung soll drei Ziele verfolgen: Innovationsstandort stärken, Grundrechte schützen, Vertrauen in KI aufbauen. Das EJPD erarbeitet zusammen mit UVEK und EDA eine Vernehmlassungsvorlage bis Ende 2026.
Bild: LCH — Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz
Bildungspolitik29. Apr. 2024·CH
LCH-Positionspapier: «Künstliche Intelligenz in der Schule — Chancen nutzen, Herausforderungen meistern»
Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) veröffentlichte am 29. April 2024 ein Positionspapier zum Einsatz von KI in Schulen. Kernforderung: Lehrpersonen sollen über «Fachwissen und pädagogisch-didaktische Kompetenzen» verfügen, um KI «pädagogisch begründet und stufengerecht» einzusetzen — gleichzeitig dürfe «nicht erwartet werden, dass alle zu KI-Expertinnen und -Experten werden». Das Papier kritisiert explizit, dass der AIEd-Forschung (AI in Education) die Verknüpfung mit Lerntheorien und pädagogischen Rahmenwerken fehle, und fordert, dass «Bund und Hochschulen Forschungsprojekte fördern, die die Auswirkungen von KI-Systemen an Schulen untersuchen sowie Entwicklungsprojekte, welche pädagogische und technische Erkenntnisse verbinden».