Dossier

KI-Kompetenz und Lehrplan

Was sollen Lernende über KI wissen und können – und ab welcher Stufe? Beiträge zu Kompetenzrahmen wie AILit, zu Lehrplänen im In- und Ausland und zu Schulen, die KI-Bildung konkret umsetzen.

32 Beiträge · 9 aus der Schweiz · 4 in der Bibliothek · zuletzt ergänzt am 18. September 2026

Aus der Schweiz 9

Praxis18. Sept. 2026CH

FFHS führt obligatorischen KI-Kurs für neue Bachelorstudierende ein

Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) macht ab dem Herbstsemester 2026 einen KI-Kurs für alle neu eintretenden Bachelorstudierenden obligatorisch. Der Kurs soll vermitteln, wie sich künstliche Intelligenz beim Recherchieren, beim wissenschaftlichen Schreiben, beim Programmieren und in der Prüfungsvorbereitung sinnvoll, kritisch und im Rahmen der wissenschaftlichen Integrität einsetzen lässt. Die Studierenden lernen dabei auch, KI-generierte Inhalte zu bewerten und eigene Anwendungsfälle zu entwickeln, von denen ausgewählte als Best Practices unter den Studierenden geteilt werden.

Swiss {ai} Weeks 2026: Anlässe und Bildungsformate
Bild: swiss ai weeks 2026
Praxis2. Sept. 2026CH

Swiss {ai} Weeks 2026: Anlässe und Bildungsformate

Vom 1. September bis 4. Oktober 2026 laufen die zweiten Swiss {ai} Weeks mit über 180 Veranstaltungen in 37 Städten und 220 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Getragen von einem gemeinnützigen Organisationskomitee, sollen sie Menschen ausserhalb der Tech-Szene praktischen Zugang zu KI verschaffen; neu dabei sind elf Hackathons sowie eigene Bildungsprogramme für Schulen und Familien. Die Bewegung versteht sich zugleich als Vorbereitung auf den AI Summit 2027 in Genf.

swiss ai weeks 2026Zum Originalartikel →
Bildungspolitik26. Aug. 2026CH

SwissAI fordert nationalen Bildungsdialog zur KI

Der Anwenderverband für Künstliche Intelligenz SwissAI ruft Bund und Kantone auf, noch 2026 einen nationalen Bildungsdialog zu starten. Schulen, Lehrpersonen, Berufsbildung, pädagogische Hochschulen, Universitäten sowie Wissenschaft und Wirtschaft sollen gemeinsam klären, welche Kompetenzen Lernende künftig selbst erwerben müssen und wo KI sinnvoll unterstützt. Der Verband nennt fünf Schwerpunkte: angepasste Lehrpläne, neue Prüfungsformate mit mündlichen Elementen, früher Aufbau von KI-Kompetenzen, Fokus auf Verständnis statt reiner Tool-Nutzung sowie eine stufenübergreifende Gesamtstrategie.

Titelseite der BFS-Aktuell-Publikation «Nutzung generativer KI in der Bevölkerung» (April 2026)
Bild: BFS – Bundesamt für Statistik
Forschung21. Apr. 2026CH

BFS: 47 % der Schweizer Bevölkerung nutzen generative KI — bei beruflicher Nutzung Platz 1 in Europa

Die neue BFS-Aktuell-Publikation «Nutzung generativer KI in der Bevölkerung» (Befragung zur Internetnutzung 2025) zeigt: 47 % der 16- bis 74-Jährigen in der Schweiz haben in den letzten drei Monaten generative KI-Anwendungen genutzt — Rang 3 in Europa hinter Norwegen (56 %) und Dänemark (48 %), klar über dem EU-Durchschnitt (33 %). Bei den 16- bis 24-Jährigen beträgt der Anteil 79 % (EU: 64 %); bei der beruflichen Nutzung durch KI-Anwender:innen führt die Schweiz Europa mit 73 % an. Sichtbar werden ausgeprägte Bildungsgradienten (28 % bei niedriger vs. 51 % bei hoher formaler Bildung) und ein Stadt-Land-Gefälle (52 % urban, 36 % ländlich).

BFS – Bundesamt für StatistikZum Originalartikel →
NZZ-Gastkommentar: Mündigkeit statt Kompetenz — was Bildung im KI-Zeitalter leisten muss
Bild: NZZ
Debatte2. Apr. 2026CH

NZZ-Gastkommentar: Mündigkeit statt Kompetenz — was Bildung im KI-Zeitalter leisten muss

Der Philosoph Jörg Noller argumentiert in der NZZ, dass die gängige Debatte um «AI literacy» zu kurz greift. Generative KI sei kein neutrales Werkzeug wie ein Taschenrechner — sie greife direkt in Prozesse des Denkens, Urteilens und Entscheidens ein. Statt nur KI-Kompetenzen zu vermitteln, müsse Bildung die Frage stellen, wer im Prozess des Urteilens die Autorität behält. Sein Vorschlag: Mündigkeit als Bildungsziel wiederentdecken.

Gemälde: Offener Bildungsbericht mit Schweizer Kreuz, aus den Seiten erheben sich Silhouetten von Lernenden — Symbolbild zum Bildungsbericht Schweiz 2026
Bild: SBFI / SKBF
Forschung23. März 2026CH

Bildungsbericht Schweiz 2026: SKBF positioniert generative KI als «Zäsur» für Lernen und Leistungsmessung

Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat am 23. März 2026 unter der Leitung des Berner Bildungsökonomen Stefan C. Wolter die fünfte Ausgabe des Bildungsberichts Schweiz im Auftrag von SBFI und EDK publiziert. Auf rund 400 Seiten bündelt der Bericht das aktuelle Wissen zum Schweizer Bildungssystem von der obligatorischen Schule bis zur Erwachsenenbildung und behandelt erstmals systematisch die Auswirkungen generativer KI. Zentrale Befunde mit KI-Bezug: An Gymnasien gehören Tools wie ChatGPT bereits zum Alltag, in der beruflichen Grundbildung deutlich weniger; rund 90% der Sek-I-Schüler:innen nutzen generative KI. Der Bericht dokumentiert Tests, in denen Modellgenerationen seit dem ChatGPT-Release mit PISA-Aufgaben konfrontiert wurden — die Leistungsfähigkeit steigt rapide und Systeme lösen Aufgaben, die bisher als Kompetenz-Marker galten. Daraus folgert das Werk systemische Konsequenzen für Leistungsmessung, Lehrpläne und Berufsbildung und positioniert KI als zentrale «Zäsur», auf die das schweizerische Bildungssystem koordiniert reagieren muss.

ZHAW-Projekt: KI-Kompetenz beim Deutschlernen — kritische Medienkompetenz für Migrant:innen
Bild: ZHAW Language Matters
Praxis20. März 2026CH

ZHAW-Projekt: KI-Kompetenz beim Deutschlernen — kritische Medienkompetenz für Migrant:innen

Ein Praxisprojekt der ZHAW in Kooperation mit dem SAH Schaffhausen vermittelt schulungewohnten Migrant:innen (16–25 Jahre) in Juma-Kursen den kritisch-reflektierten Umgang mit KI-Tools beim Sprachenlernen. Statt nur Tools vorzustellen, werden Funktionsweise und Grenzen von KI thematisiert. Das Projekt zeigt einen praxisnahen Ansatz für digitale Teilhabe im Integrationsbereich.

ZHAW Language MattersZum Originalartikel →
Bajour-Debatte: Nehmen Basler Schulen den Umgang mit KI genug ernst?
Bild: Bajour
Debatte18. März 2026CH

Bajour-Debatte: Nehmen Basler Schulen den Umgang mit KI genug ernst?

Ein Bajour-Beitrag aus Basel löst eine breite Debatte aus: Lehrpersonen, Eltern und IT-Fachleute kritisieren, dass KI-Kompetenz nicht im Lehrplan 21 verankert ist — während Schüler:innen auf ihren Schultablets freien Zugang zu Copilot haben. ICT-Lehrpersonen beklagen fehlende Mittel für KI-Infrastruktur. Die zentrale Forderung: Medienkompetenz muss die Grundlage für jede KI-Nutzung sein.

Gemälde: Schweizer Lehrperson hält Papierleitfaden und Tablet abwägend — Symbolbild zum LCH-Positionspapier KI in der Schule
Bild: LCH — Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz
Bildungspolitik29. Apr. 2024CH

LCH-Positionspapier: «Künstliche Intelligenz in der Schule — Chancen nutzen, Herausforderungen meistern»

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) veröffentlichte am 29. April 2024 ein Positionspapier zum Einsatz von KI in Schulen. Kernforderung: Lehrpersonen sollen über «Fachwissen und pädagogisch-didaktische Kompetenzen» verfügen, um KI «pädagogisch begründet und stufengerecht» einzusetzen — gleichzeitig dürfe «nicht erwartet werden, dass alle zu KI-Expertinnen und -Experten werden». Das Papier kritisiert explizit, dass der AIEd-Forschung (AI in Education) die Verknüpfung mit Lerntheorien und pädagogischen Rahmenwerken fehle, und fordert, dass «Bund und Hochschulen Forschungsprojekte fördern, die die Auswirkungen von KI-Systemen an Schulen untersuchen sowie Entwicklungsprojekte, welche pädagogische und technische Erkenntnisse verbinden».

LCH — Dachverband Lehrerinnen und Lehrer SchweizZum Originalartikel →

International 23

Bildungspolitik11. Sept. 2026EU

Deutschland: Expertenkommission empfiehlt «KI-Seepferdchen» und Medienbildung im Lehramt

Die vom deutschen Bundesfamilienministerium eingesetzte unabhängige Expertenkommission «Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt» hat am 11. September 2026 in Berlin ihren Abschlussbericht vorgelegt und damit ihre rund einjährige Arbeit beendet. Der Bericht bündelt 56 evidenzbasierte Handlungsempfehlungen entlang der vier Themenfelder Sicherheit im digitalen Raum, gesundheitliche Folgen der Mediennutzung, Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz und Stärkung der Medienkompetenz. Für Schulen empfiehlt die Kommission unter anderem ein «KI-Seepferdchen», das bereits Grundschulkindern ein Grundverständnis für Chancen und Risiken von KI vermitteln soll, verbindliche Medienbildung im Lehramtsstudium sowie mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson pro Schule.

«Dolchstoss fürs Denken»: Wie Schulen verhindern wollen, dass KI das Lernen ersetzt
Bild: CORRECTIV
Kritik & Risiken28. Aug. 2026EU

«Dolchstoss fürs Denken»: Wie Schulen verhindern wollen, dass KI das Lernen ersetzt

Eine Recherche von CORRECTIV bündelt die wachsende Sorge, dass generative KI grundlegende Lernschritte überspringt («Skill-Skipping»): Studien zeigen bessere Hausaufgaben, aber um 20 bis 24 Prozent schlechtere Prüfungsleistungen, und beim Schreiben mit ChatGPT sinkt die gemessene Gehirnaktivität deutlich. Bildungsforscher Klaus Zierer spricht von einem «Dolchstoss fürs Denken». Die Länder reagieren unterschiedlich: Norwegen schränkt KI für unter 14-Jährige stark ein, während Deutschland auf datenschutzkonforme Schul-Chatbots und Medienbildung statt auf Verbote setzt.

Stock-Artificial-Intelligence-Jobs
Bild: Gulf News
Bildungspolitik25. Aug. 2026Welt

VAE machen KI-Unterricht vom Kindergarten bis zur 12. Klasse zur Pflicht

Zum Schuljahr 2026/27 unterrichten alle staatlichen Schulen der Vereinigten Arabischen Emirate KI verpflichtend über die gesamte Schulzeit – vom Kindergarten mit vierjährigen Kindern bis zur 12. Klasse. Das vom Bildungsministerium entwickelte Curriculum umfasst sieben Bereiche, von KI-Grundlagen über Daten und Algorithmen bis zu ethischem Bewusstsein und Anwendungsprojekten, und wird in bestehende Fächer wie Informatik und Design integriert, ohne die Stundentafel auszuweiten. Über 1'000 Lehrpersonen wurden dafür geschult; die VAE gelten als erstes Land mit einem verpflichtenden nationalen KI-Lehrplan für alle Schulstufen.

Common Sense Media: 70 Prozent der Jugendlichen nutzen KI für Schularbeiten
Bild: Common Sense Media
Forschung18. Aug. 2026Welt

Common Sense Media: 70 Prozent der Jugendlichen nutzen KI für Schularbeiten

Eine landesweit repräsentative Umfrage von Common Sense Media unter 1'017 US-Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren zeigt, dass 70 Prozent KI für Schularbeiten einsetzen. 63 Prozent lassen sich dabei zumindest teilweise fertige Antworten liefern – sei es unverändert übernommen, umgeschrieben oder mit eigenem Wissen ergänzt. Zugleich hat nur rund ein Drittel der Jugendlichen je mit einer Lehrperson über den sicheren Umgang mit KI gesprochen.

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Singapur: Nationaluniversität führt ChatGPT Edu für alle ein und macht KI-Modul für Erstsemester zur Pflicht
Bild: Mothership
Praxis11. Aug. 2026Welt

Singapur: Nationaluniversität führt ChatGPT Edu für alle ein und macht KI-Modul für Erstsemester zur Pflicht

Die National University of Singapore (NUS) hat am 11. August 2026 eine Zusammenarbeit mit OpenAI angekündigt: Ab dem 31. August erhalten alle Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden Zugang zu ChatGPT Edu in einer von der Universität verwalteten Umgebung, in der Eingaben nicht zum Training der Modelle verwendet werden. Gleichzeitig wird für über 7'700 Erstsemester ein Pflichtmodul «Applied Generative AI: From Prompting to Evaluation» eingeführt, das Online-Vorlesungen mit einem zweistündigen Präsenz-Workshop verbindet und in den ersten zwei Semesterwochen abzuschliessen ist.

Forschung27. Juli 2026EU

Studie aus Tübingen und Kiel: Jeder dritte Jugendliche traut KI mehr Wissen zu als den eigenen Lehrkräften

Eine im Journal of Educational Psychology veröffentlichte Untersuchung der Universität Tübingen und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) in Kiel hat 870 mathematisch-naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und Schüler der 6. bis 8. Klasse befragt. Rund 34 bis 39 Prozent hielten KI für wissender als ihre eigenen Lehrkräfte; nur 6 bis 13 Prozent meinten, KI wisse alles, und 6 bis 10 Prozent glaubten, sie mache keine Fehler. Wer über ausgeprägtes kritisches Denken und Freude an komplexen Aufgaben verfügte, war deutlich weniger anfällig für solche Fehlvorstellungen — und korrigierte sie zwischen 2023 und 2024, während leistungsschwächere Jugendliche daran festhielten.

Universität TübingenZum Originalartikel →
Österreich macht KI zur «vierten Kulturtechnik» im Lehrplan
Bild: APA-OTS
Bildungspolitik14. Juli 2026EU

Österreich macht KI zur «vierten Kulturtechnik» im Lehrplan

Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll haben einen neuen AHS-Oberstufen-Lehrplan «Informatik und Künstliche Intelligenz» präsentiert, der KI-Kompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen als Grundfertigkeit verankert. Der Informatikunterricht wird auf drei Wochenstunden ausgebaut und um Algorithmen, Programmierung, Privatsphäre und Cybersecurity erweitert; Grundlage ist ein an der Universität für Weiterbildung Krems entwickeltes KI-Basiscurriculum mit sieben Lernfeldern. Die neuen Pläne treten gestaffelt ab dem 1. September 2027 (fünfte Klassen) bis 2030 in Kraft.

Forschung9. Juli 2026Welt

Globale Umfrage: 88 Prozent der Studierenden nutzen KI — und trauen ihren Dozierenden nicht

Der Digital Education Council hat mit 45 398 Antworten aus 35 Ländern (27 284 Studierende, 18 114 Lehrende) eine der grössten Erhebungen zu KI in der Hochschulbildung vorgelegt. 88 Prozent der Studierenden und 77 Prozent der Lehrenden nutzen KI, doch nur 29 Prozent der Studierenden halten ihre Dozierenden für fähig, den Umgang damit anzuleiten, und lediglich 28 Prozent finden, ihre Prüfungen bildeten die im KI-Arbeitsmarkt nötigen Fähigkeiten ab. 66 Prozent fürchten global, KI untergrabe ihr kritisches Denken (81 Prozent in den USA und Kanada); in Nordamerika sank zugleich die Absicht der Lehrenden, KI einzusetzen, von 76 auf 67 Prozent.

Digital Education CouncilZum Originalartikel →
Bildungspolitik18. Juni 2026EU

OECD und EU-Kommission veröffentlichen KI-Kompetenzrahmen für die Schule – auch auf Deutsch

OECD und Europäische Kommission haben mit «Empowering Learners for the Age of AI» einen gemeinsamen KI-Kompetenzrahmen für die Primar- und Sekundarstufe vorgelegt. Er ordnet Kompetenzen vier Feldern zu – mit KI umgehen, mit KI gestalten, KI steuern und KI mitprägen – und beschreibt, was Lernende über KI wissen und können sollten. Der Rahmen liegt auf Englisch, Französisch und Deutsch vor und enthält Unterrichtsbeispiele für beide Stufen.

Europäische KommissionZum Originalartikel →
EU und OECD lancieren KI-Kompetenzrahmen für Primar- und Sekundarschulen
Bild: Europäische Kommission
Bildungspolitik18. Juni 2026EU

EU und OECD lancieren KI-Kompetenzrahmen für Primar- und Sekundarschulen

Die Europäische Kommission und die OECD haben in Brüssel den gemeinsamen «AI Literacy Framework» (AILit) für die Primar- und Sekundarstufe vorgestellt. Er definiert KI-Kompetenz entlang von vier Domänen – mit KI interagieren, mit KI gestalten, KI steuern und KI mitgestalten – und insgesamt 19 Kompetenzen. Als gemeinsamer Referenzrahmen richtet er sich an Lehrpersonen, Schulleitungen, Bildungspolitik und Lehrplanentwicklung und wird durch konkrete Unterrichtsbeispiele ergänzt.

Europäische KommissionZum Originalartikel →
OECD und EU-Kommission lancieren «AILit» – europäisches Rahmenwerk für KI-Kompetenzen an Schulen
Bild: OECD / Europäische Kommission (AILit)
Bildungspolitik18. Juni 2026EU

OECD und EU-Kommission lancieren «AILit» – europäisches Rahmenwerk für KI-Kompetenzen an Schulen

Am 18. Juni 2026 haben die OECD und die Europäische Kommission an der Flaggschiff-Veranstaltung des European Digital Education Hub die finale Fassung des «AILit Framework» für die Primar- und Sekundarstufe vorgestellt. Das mit Unterstützung von CodeAI (vormals Code.org) und internationalen Fachleuten entwickelte Rahmenwerk ordnet KI-Kompetenzen in vier Bereiche: «Engage with AI», «Create with AI», «Manage AI» und «Shape AI». Es beschreibt fächerübergreifend, was Lernende über KI verstehen und können sollen, und soll in die innovative Domäne des PISA-2029-Assessments einfliessen. Der Stifterverband hat die Perspektive der deutschsprachigen Bildungscommunity eingebracht und die deutsche Übersetzung übernommen.

OECD / Europäische Kommission (AILit)Zum Originalartikel →
Duke-Kurs «Hack Your Grade»: Studierende lernen KI-Sicherheit, indem sie einen Bewertungs-Chatbot austricksen
Bild: EdTech Innovation Hub
Praxis5. Juni 2026Welt

Duke-Kurs «Hack Your Grade»: Studierende lernen KI-Sicherheit, indem sie einen Bewertungs-Chatbot austricksen

Im Kurs zu KI und Cybersicherheit von Brinnae Bent an der Duke University müssen Studierende einen Chatbot, der bewusst keine Bestnoten vergibt, mit Überredung, Prompt Injection und Social Engineering zur gewünschten Note bewegen. Ziel ist, adversariales Verständnis von KI-Systemen durch praktisches Experimentieren in einer abgesteckten Umgebung zu vermitteln statt durch reine Theorie. Vorgestellt wurde die Aufgabe in der ersten Ausgabe von OpenAIs neuem Bildungs-Newsletter «The Edu Prompt».

EdTech Innovation HubZum Originalartikel →
WEF lanciert KI-Bereitschafts-Framework für Bildungssysteme: sechs Dimensionen für verantwortungsvollen KI-Einsatz
Bild: World Economic Forum (WEF)
Forschung4. Juni 2026Welt

WEF lanciert KI-Bereitschafts-Framework für Bildungssysteme: sechs Dimensionen für verantwortungsvollen KI-Einsatz

Das World Economic Forum veröffentlichte am 4. Juni 2026 den Bericht «Shaping the Future of Learning: Education Readiness for the Age of AI». Das Dokument stellt ein praktisches KI-Bereitschafts-Framework vor, das Bildungspolitikerinnen, Schulleitungen und Technologieanbieter dabei unterstützen soll, die notwendigen Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz zu prüfen und zu schaffen. Das Framework umfasst sechs Dimensionen: Governance, Infrastruktur, akademische Integrität, digitale Kompetenz, Lehrkapazität sowie Lernererfahrung. Die Kernbotschaft: Ohne die richtigen Grundlagen kann KI Lernqualität, Chancengerechtigkeit und Vertrauen in Bildungssysteme eher schwächen als stärken. Das Framework ist als Selbstevaluationsinstrument konzipiert — keine Länderrankings, sondern Orientierung für Bildungsakteure.

World Economic Forum (WEF)Zum Originalartikel →
ZEIT: KI in der Grundschule — eine Lehrerin in Potsdam integriert Chatbots ab der 1. Klasse
Bild: DIE ZEIT
Praxis28. Apr. 2026EU

ZEIT: KI in der Grundschule — eine Lehrerin in Potsdam integriert Chatbots ab der 1. Klasse

Die ZEIT berichtet am 28. April 2026 über eine Grundschule in Potsdam, an der Lehrerin Kristin van der Meer KI-Chatbots systematisch in den Unterricht ab der 1. Klasse integriert. Statt Kindern direkt zu helfen, verweist sie auf die KI als Lernbegleitung — ein Ansatz, der auf Interesse und heftige Skepsis stösst. Die Lehrerin argumentiert: Wenn Grundschulkinder konsequent von KI ferngehalten werden, verschiebt sich die Auseinandersetzung in unregulierte Räume. Der Artikel beleuchtet sowohl die Chancen selbstregulierten Lernens als auch die Risiken für Kinder, die noch keine Medienkompetenz entwickelt haben.

Gemälde: Offenes Curriculum-Buch mit sich transformierenden KI-Annotationen — Symbolbild zum OECD Working Paper über Lehrplanentwicklung
Bild: OECD
Forschung23. Apr. 2026Welt

OECD-Working-Paper: «Evolving AI capabilities and the school curriculum» — wenn KI Kompetenzen meistert, müssen Lehrpläne reagieren

Die OECD veröffentlichte am 23. April 2026 das 98-seitige Working Paper «Evolving AI capabilities and the school curriculum», das einen konzeptuellen Rahmen für die Frage liefert, wie sich Lehrpläne im Lichte rasch zunehmender KI-Fähigkeiten verändern müssen. Ausgehend von Curriculum-Theorie und historischen Bildungsdebatten skizziert das Papier, wie Curriculum-Entwicklerinnen und Bildungspolitik systematisch über das Verhältnis von KI-Fähigkeiten und Lehrplanzielen nachdenken können. Eine Fallstudie zum Schreiben dient als Illustration, weitere Szenarien spielen durch, was passiert, wenn KI ganze Sets menschlicher Fähigkeiten meistert. Kernfrage: Welches Wissen ist es noch wert, gelehrt zu werden — und welche Kompetenzen werden im Gegenteil wichtiger?

Ö3-Jugendstudie 2026: 62% der österreichischen Jugend will KI im Lehrplan — 38% wollen Einschränkungen
Bild: ORF Ö3 / Ö3-Jugendstudie 2026
Forschung16. Apr. 2026EU

Ö3-Jugendstudie 2026: 62% der österreichischen Jugend will KI im Lehrplan — 38% wollen Einschränkungen

Die Ö3-Jugendstudie 2026, am 16. April in der Sendung «Frag das ganze Land» (ORF Ö3) vorgestellt, zeigt ein gespaltenes Bild: 62% der befragten österreichischen Jugendlichen sprechen sich für eine gezielte KI-Vermittlung in Schulen aus — sie sehen KI-Kompetenz als unverzichtbare Berufsvorbereitung. 38% hingegen wollen den KI-Einsatz im Unterricht möglichst einschränken, damit Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten eigenständig entwickeln können. Die Generation Z akzeptiert KI pragmatisch als Realität — die Sorge vor Überabhängigkeit ist dennoch weit verbreitet.

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Gemälde: Lehrperson vor zwei digitalen Screens — staatliches Portal und KI-Chatbot — Symbolbild zu den Baden-Württemberg KI-Landesapplikationen
Bild: Landeselternbeirat Baden-Württemberg
Praxis14. Apr. 2026EU

Baden-Württemberg: Zwei staatliche KI-Lösungen für alle Schulen — «Informatik und Medienbildung» wird Pflichtfach

Baden-Württemberg stellt allen Schulen zwei staatliche KI-Applikationen bereit: «F13» läuft auf eigener Landesinfrastruktur und erfüllt DSGVO-Anforderungen; «telli» erlaubt Lehrkräften, individuelle KI-Assistenten und interaktive Lernszenarien zu konfigurieren. Gleichzeitig wird «Informatik und Medienbildung» ab dem Schuljahr 2025/26 Pflichtfach in den Klassen 5–10/11. Das KI-Zentrum Schule in Heilbronn bietet über 240 Fortbildungsangebote an — ein Modell, das auch für Schweizer Kantone als Orientierung dienen kann.

Landeselternbeirat Baden-WürttembergZum Originalartikel →
Österreichs Bildungsminister Wiederkehr: «Zuerst ohne KI, dann über KI, dann mit KI lernen»
Bild: Trending Topics / AI Talk
Debatte1. Apr. 2026EU

Österreichs Bildungsminister Wiederkehr: «Zuerst ohne KI, dann über KI, dann mit KI lernen»

Im AI-Talk-Podcast erläutert Bildungsminister Christoph Wiederkehr seine pädagogische Leitlinie für den Umgang mit KI an Schulen: In Stufe 1 werden Kernkompetenzen ohne KI aufgebaut; in Stufe 2 lernen Schülerinnen und Schüler, kritisch über KI zu reflektieren; erst in Stufe 3 setzen sie KI gezielt als Werkzeug ein. Klassische Wissensvermittlung per Hausaufgabe werde obsolet, mündliche Prüfungen und eigenständiges Denken rückten ins Zentrum — dies im Rahmen der laufenden Lehrplanreform, die KI als Pflichtfach einführt.

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Springer-Studie (788 Studierende): Ethische KI-Bedenken bekannt — aber Effizienz siegt
Bild: Education and Information Technologies / Springer
Forschung28. März 2026EU

Springer-Studie (788 Studierende): Ethische KI-Bedenken bekannt — aber Effizienz siegt

Eine peer-reviewed Studie mit 788 Studierenden aus Europa und Australien (Springer, März 2026) zeigt ein Muster der Risikonormalisierung: Datenschutz-, Bias- und Überabhängigkeitsbedenken sind weit verbreitet, halten aber die meisten nicht von der KI-Nutzung ab — akademischer Produktivitätsgewinn überwiegt in der Wahrnehmung. Die Autoren fordern multidimensionale AI-Literacy-Programme, die technische, ethische und kritische Kompetenzen verbinden.

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Österreich beschliesst Social-Media-Verbot bis 14 und KI-Kompetenz im Lehrplan
Bild: Tiroler Tageszeitung / ORF
Bildungspolitik27. März 2026EU

Österreich beschliesst Social-Media-Verbot bis 14 und KI-Kompetenz im Lehrplan

Die österreichische Bundesregierung hat sich auf ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geeinigt. Gleichzeitig wird die AHS-Oberstufe ab 2027/28 reformiert: Mehr Unterricht zu Medienkompetenz, Demokratie und KI-Umgang — dafür weniger Latein. Vizekanzler Babler betont die Schutzfunktion, Bildungsminister Wiederkehr die Notwendigkeit bewusster Mediennutzung. Ein Gesetzesentwurf zur Altersverifikation soll bis Ende Juni vorliegen.

Tiroler Tageszeitung / ORFZum Originalartikel →
Bildungspolitik20. März 2026EU

Europarat: CDEDU verabschiedet Empfehlung zu KI-Kompetenz — dreidimensionaler Rahmen für alle 46 Mitgliedstaaten, Schweiz eingeschlossen

Der Bildungslenkungsausschuss des Europarats (CDEDU) hat an seiner 9. Plenarsitzung vom 18.–20. März 2026 in Strassburg eine Empfehlung zu KI-Kompetenz («Recommendation on AI Literacy») verabschiedet und zur Annahme durch das Ministerkomitee im Juni 2026 eingereicht. Das Dokument führt ein dreidimensionales KI-Kompetenzmodell ein: die menschliche Dimension (Ethik, demokratische Teilhabe, Grundrechte, kognitive und kulturelle Auswirkungen von KI), die technologische Dimension (kritisches Verstehen von KI-Systemen) und die praktische Dimension (kompetenter, verantwortungsvoller KI-Einsatz). Zentral ist das Primat der menschlichen Dimension. Die Empfehlung gilt für alle 46 Mitgliedstaaten und soll in nationale Bildungs-, Berufsbildungs- und Weiterbildungssysteme sowie Lehrpläne integriert werden.

Europarat / CDEDUZum Originalartikel →
Hamburger Gymnasium baut KI-Curriculum auf: Chatbot «Marie Curie» lehrt Denken statt Mogeln
Bild: Die Welt
Praxis18. März 2026EU

Hamburger Gymnasium baut KI-Curriculum auf: Chatbot «Marie Curie» lehrt Denken statt Mogeln

Am Gymnasium Allee in Hamburg-Altona entwickelt ein Lehrer KI-Chatbots, die nicht Antworten liefern, sondern Schüler:innen zum eigenständigen Denken anleiten. Der Chatbot «Marie Curie» antwortet auf Hausaufgaben-Prompts: «Ich helfe dir — aber ich mache sie nicht für dich.» Die Schule unterscheidet fünf Modi des Lernens mit KI und baut ein durchgängiges Curriculum von Jahrgang 5 bis 12 auf.

OECD und EU-Kommission veröffentlichen KI-Kompetenzrahmen für Schulen (Entwurf)
Bild: OECD / Europäische Kommission
Bildungspolitik22. Mai 2025EU

OECD und EU-Kommission veröffentlichen KI-Kompetenzrahmen für Schulen (Entwurf)

Am 22. Mai 2025 publizierten OECD und Europäische Kommission den Review-Draft des «AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education». Der Rahmen definiert 22 Kompetenzen entlang vier Domänen (Engage, Create, Manage, Design) und soll als Grundlage für die PISA-2029-Erhebung zu Medien- und KI-Kompetenzen dienen. Die finale Fassung folgt 2026 nach öffentlichen Konsultationen.

OECD / Europäische KommissionZum Originalartikel →

Aus der Bibliothek 4

2026

Artificial intelligence literacy at school: A systematic review with a focus on psychological foundations

Shuyan Feng, Astrid Carolus

Elsevier · Englisch

Das Review bearbeitet eine methodische Lücke, die im KI-Kompetenz-Diskurs bislang auffällig war: Fast alle etablierten KI-Literacy-Frameworks (UNESCO, EU, nationale Curricula) beschreiben, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler haben sollen — aber nicht, auf welcher lernpsychologischen Grundlage diese Kompetenzen aufgebaut werden können und sollen. Diese Studie bringt die Psychologie zurück ins Gespräch, was für die Curriculumentwicklung und Lehrerbildung relevanter ist als weitere normative Kompetenzlisten.

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2025

Künstliche Intelligenz in der Schule: Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis

Katharina Scheiter, Elisabeth Bauer, Yoana Omarchevska, Clara Schumacher, Michael Sailer

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) · Deutsch

Die BMBF-Handreichung nimmt in der deutschsprachigen KI-Bildungsdiskussion eine Position ein, die inhaltlich anspruchsvoller ist, als ihr kompaktes Format vermuten lässt: Sie lehnt technologischen Determinismus ab — weder das Narrativ «KI revolutioniert das Lernen», noch «KI gefährdet die Schule» — und ersetzt beide durch empirische Differenzierung. Das ist in einem Diskurs, der zwischen Solutionismus und Abwehr pendelt, ein substanzieller Beitrag.

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2024

AI Competency Framework for Teachers

UNESCO (Hrsg.)

UNESCO · Englisch

Der Report gehört zum Kanon der internationalen Bildungs-Governance neben OECD, EU AI Office und Council of Europe. Er setzt ethische und menschenzentrierte Dimensionen bewusst gleichrangig neben technisches Wissen — eine Position gegen rein instrumentelle oder technikzentrierte Kompetenzmodelle, wie sie in kommerziellen Anbieter-Frameworks häufig auftauchen.

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2024

Künstliche Intelligenz für Lehrkräfte: Eine fachliche Einführung mit didaktischen Hinweisen

Ulrich Furbach, Emanuel Kitzelmann, Tilman Michaeli, Ute Schmid (Hrsg.)

Springer Fachmedien Wiesbaden · Deutsch

Dieses Buch füllt eine Lücke, die in der Diskussion um KI und Bildung systematisch übersehen wird: Die grossen Strategiepapiere und Kompetenzbeschreibungen (UNESCO, OECD, EDK) sagen, was Lehrpersonen über KI wissen und können sollen — dieses Buch sagt tatsächlich, wie. Es setzt ein fachlich ernstzunehmendes Niveau voraus, bleibt aber didaktisch zugänglich, und zwar durch die konsequente Verzahnung von technischem Verständnis und Unterrichtspraxis. Das ist kein popularisierendes «ChatGPT erklärt»-Buch, sondern ein Fachbuch für Lehrprofis.

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